14. Februar, Goldener Hahn

Die langjährige Reihe „Text-Flex“ im Goldenen Hahn am Heinrichplatz soll wieder eingeführt werden, und zwar mit mir als Auftakt. So will es mein ebenso langjähriger Kumpel Erik Steffen, der dann und wann einen Nachruf für verblichene Kreuzberger im Tagesspiegel verewigt. Es wird mir eine Ehre sein, einige lange Riemen zu lesen und bestimmt auch zu singen, was ich aber nicht verspreche. Auf jeden Fall habe ich mir für den darauffolgenden Freitag schon mal frei genommen. Die Sonntag-16-Uhr-Konzerte dort sollen übrigens immer gut besucht sein. Ich werde mir mindestens am 17. Februar die Kilaueas reinziehen.

Donnerstag, 14. Februar, 20 Uhr 30. Solo im Hahn.

Endlich 54.

Gesundes Neues euch allen, herzlichen Glückwunsch mir selber. Habe mich anlässlich der beiden Feste mit einer C- und einer A-Dur-Mundharmonika beschenkt, werde damit aber nicht beim kommenden Kantinenlesen herum summen, sondern alte Texte grummeln. Schade.

Sonnabend, 26. Januar. Kantinenlesen.

Viva Lachshecht

2018 zerschießt Berlin so einige Auftrittsorte. Am 11. Dezember brannte der TeBe-Fanladen „Zum goldenen Lachhecht“ nieder, wie ich in meinem Text von heute verrate. Leider haben sie  mir den letzten Satz wegrationalisiert: „Und was die Brandstifter betrifft, so wird man derer habhaft werden, weil das Schicksal es so vorsieht, dass sie sich mit zunehmend faulenden Händen beim Arzt melden und verräterisch zu reden beginnen.“ Außerdem schließt zum Monats-Jahres-Epochenende die „Jägerklause“, wahrscheinlich wegen zu viel Lebensfreude. Zum heutigen 2. Todestag von Lemmy wird es dort wieder ausreichend Rock´n´Roll und Alkohol geben. Übermorgen werde ich mir wohl die letzte Reformbühne in der „Jägerklause“ reinziehen. Falls es dort zu voll wird, gehe ich ein paar Straßen weiter zu einer Oi!-Band aus TeBe-Kreisen. Momentan treibe ich mich ja mehr auf Sessions herum. Neulich bei denen im TIK und im Hangar, heute bei der im Kikisol. Morgen spielt übrigens die Liga der gewöhnlichen Gentleman im BiNuu. Werde am Schlesischen Tor bestimmt die selben Herrschaften vom letztjährigen Jahresendkonzert treffen, mit den Herren Schulz und Sedlmeir im Oberbaumeck drei Pötte trinken … Silvester interessiert mich nicht.

„Ein Fremder war hier und aß immer Bratkartoffeln mit Spiegeleier.“

Vorgestern war ich im BFC-Café, in dem die ´79er residieren, die sich aber wohl nicht so nennen, weil die Mannen ihrer Reihen eben so viele Knastjahre verbuchen können. Ich Café sollte ein gewisser Thomas Doll Rede und Antwort stehen, zu seinen Jahren beim BFC, beim HSV, bei Lazio und Ferencváros Budapest. Die Kneipe war rappelkistenvoll, unter anderem auch mit den Besuchern und Ex-Meisterspielern Andy Thom, Roland „Ente“ Jüngling und Rainer Troppa. Letztlich musste Herr Doll aber ran. Nach dem etwas steifen Beginn gestaltete sich der Talk zunehmend lockerer und gesangsfreudiger. Der Schwerpunkt lag bei den dynamischen ´80ern, nun gut. Von Rostock nach Berlin sei er freiwillig gewechselt, weil er auch mal Bananen haben wollte; in Bremen hätten sie einfach scheiße gespielt und beim Derby zwischen Lazio und AS Rom hätten sich die Deutschen immer auf ein deeskalierendes Unentschieden geeinigt. Irgendwann ergriff „Ente“ das Mikro und schmetterte einen ´50er-Jahre-mäßigen pro-Dynamo-anti-Union-Gesang, der im Bus wohl immer ein Knaller war, wo die Fans es vorgestern aber an Textsicherheit vermissen ließen, haha. Im eigens für diesen Abend produzierten Programmheft finden sich übrigens einige ´79er-Mob-Fotos, und darunter wiederum auch das Bambule-Deckelfoto, welches nach meiner Erinnerung jemand vor zehn Jahren herbei gegoogelt und mir zugespielt hatte. Auf meine Frage im Forum, um welche Truppe es sich handeln würde, hieß es, dass seien Potsdamer Jungs und mit 20 Freiexemplaren sei das Finanzielle geklärt. Nun ja, falls ihr aus Buenos Aires oder Bukarest kommt und euch wieder erkennt, so schickt euch der Verlag bestimmt einige Exemplare zu. Gibt wohl noch zwischen 79 und 111. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle jedoch schreiben, wie es neulich in Hannover war. Am vorletzten Sonnabendabend fanden sich zwar höchstens 20 Besucher in der Vereinsgaststätte vom SV Arminia ein, doch die waren sehr gut dabei und schon vor der Lesung von Flo & Co. einigermaßen kauffreudig. Mir ging es da aufgrund der verrückten Anwaltsparty am Vorabend im Prenzlauer Berg noch gar nicht so dufte. Doch siehe da, Bratkartoffeln mit Spiegeleier waren die beste Medizin. Flo und ich agierten etwa 98 Minuten. Danach heirateten alle. Am nächsten Vormittag fanden sich bereits um 10 Uhr etwa 33 Arminen und zwei Berliner am anderen Ende der Stadt zum Start der Grünkohlwanderung ein; vom Vereinspräsidenten über den Zeitspiel-Herausgeber bis zur Kutte. Ich ließ mich noch nicht auf ein Bierchen ein. Sollte unser Superherbergsvater und Poetenmanager Björn mal schön schleppen. Es war eine schöne Wanderung. Im Vereinsheim angekommen, war die Grünkohlparty mit Kassler und Bregenwurst schon im Gange. Doch wenn ich Bier trinke, und das war inzwischen wieder der Fall gewesen, lasse ich mich nicht auf kulinarische Experimente ein, unter der Gefahr, vor der kalten Stadiontoilette anzustehen, bloß um eine Sitzung zu absolvieren. Das ist die Höchststrafe, die ich mir nicht selbst auferlege. Ich bestellte Bratkartoffeln mit Spiegeleier, worauf die nette Köchin Sonja meinte, das sei eine Herausforderung; alle Platten seien mit Kohl & Co belegt, aber sie wolle sehen, was sich machen ließe. Und siehe da … man wird noch von mir sprechen. Das Derby gegen den Hannoverschen SC war brisant, da es sich beim Rivalen um Neureiche ohne Anhang handelte, die in der Presse den Rasen der Arminen als Truppenübungsplatz bezeichneten, was die tapferen Volkssportler aus Bischofshol ziemlich verärgerte. Ein hart umkämpftes und gerechtes 1:1 vor 444 Menschen ließ Hannover wider Erwarten nicht in Flammen aufgehen. Die Pressekonferenz fand ohne Umstände in der überfüllten Stadiongaststätte statt. Ein Lesungsbesucher fragte den Gästetrainer gerade heraus, wo er denn seinen Stahlhelm gelassen hätte. Irgendwann stand der Arminen-Trainer an unserem Tisch und meinte, er sei Ex-Neuköllner und bei einigen Westberliner Vereinen Spieler gewesen, wobei er gerne auch mal für Dynamo gespielt hätte, denn die hätten so einige Kanten als Fans am Start. Oh ha, ich schenkte ihm schnell eine Zugriff-CD, dann ging es flott zum Zug. Fazit: Arminia Hannover – mehr „Fußball pur“ geht nicht.

Verrat

Ich verrate hiermit, was viele von euch zum Geburtstag oder zum Weihnachtsfest geschenkt bekommen: Ein Buch in dem sich je ein Text von 75 Lesebühnenmädchen und -jungen findet. 30 Jahre … Ich bin darin mit etwa 3.000 Zeichen aus dem Jahre 2014 vertreten, die von den 20.000 ND-Käufern vielleicht 333 gelesen haben. Offiziell also ein neuer Text aus meiner Feder, den ich extra für dieses Buch geschrieben habe. Enthalten sind unter anderem auch eine Auflistung aller Berliner Lesebühnen samt ihrer derzeitigen und einstigen Autorennen. Das halte ich für ausbaufähig und fände ein Episodenbuch knorke, in dem von Ahne bis Witte alle aus der VIP-Stinkeecke erzählen; ein Werk ohne Prosa, hahaha.

Arminia, wir kommen!

Noch zehn bis 13 mal schlafen, dann rollen Florian Ludwig und ich nach Hannover, um im Vereinsheim vom SV Arminia unsere Schlager vorzulesen, an einem Sonnabend zu vorgerückter Stunde. 2002 und 2017 hat es mir schon gefallen, doch nun rücke ich dort zum ersten Mal mit Unterstützung an und werde auch ein Fußballspiel sehen. Erst herum künstlern, dann in der ehemaligen Platzwarttribünenwohnung nächtigen und am nächsten Tag ein Derby sehen.  Wahrscheinlich sind wir sogar fit genug, um am Sonntag ab 10 Uhr an der Grünkohlwanderung teilzunehmen. Auf so ein Wochenende habe ich viele Jahre hingearbeitet, und am MoDiMiDoFr darauf werde ich im Tagebau in der Poststelle schindern, um eine Wiederholung für 2030 klar zu machen.

24. November, ab 19 Uhr, Florian Ludwig und ich am Bischofsholer Damm 119 in Hannover.

Die Show muss weiter gehen

Volles Haus beim Kantinenlesen. Das Wiedersehen mit der Chaussee der Enthusiasten kam beim Publikum sehr gut an, ich weiß gar nicht genau, warum. Also warum die Chaussee so viel besser rocken soll als die anderen duften Truppen. Am 26. Januar soll es jedenfalls eine Neuauflage geben. Ansonsten kann ich hier noch die frohe Botschaft ausplaudern, einen Übungsraum gefunden zu haben, da das Saxophon in meinem Wohnhaus ja doch ziemlich scheppert und ich den lieben Leuten nicht meine Wiederholungen zumuten möchte. Nunmehr lärme ich im Neubaukeller meiner Arbeitsstelle, im Zeitungsarchiv, in dem sich außer mir für gewöhnlich niemand herumtreibt. Im Fitnessstudio über mir bekommt man nichts mit, auch wegen der eigenen doofen Musik, das habe ich heute heraus gefunden. Hurra!

Deine Lesung, meine Lesung

Hier noch mein Text, der auf Florian Ludwigs gestrige Buchvorstellung hinweist, haha. Das Baiz war sehr gut besucht, es hat Spaß gemacht. Nun beackert er Rathenow und Ankara Babelsberg. Ich bleibe in Berlin, mache morgen beim Kantinenlesen mit, für das schon 99 Karten im Vorverkauf weggegangen sein sollen. Während der anschließenden Disko werden die Autoren aber alle schon im Bett sein.

Nach dem Baiz ist vor dem Baiz

Das war ein schöner Sonnabend Abend im Baiz, also der vor acht Tagen, als Jan, Ahne und ich dort unsere Schmalzstullen-Show schmissen. Danke, danke, den fleißigen Baiz-Leuten und dem zahlreichen Publikum. Wir sehen uns spätestens im Spätsommer 2019 wieder, zur Neuauflage vom Palast der 1.000 Stullen. Wahrscheinlich aber sogar schon am Donnerstag dem 27. September, wenn Kumpel Florian dort sein Zweitwerk Brandenburg muss brennen, damit wir grillen können vorstellt. Ich werde als Publikumsnase anwesend sein, vermutlich Unterrang, Reihe 2, am Fenster. Zumal ich die Ehre hatte, auf der Buchrückseite den Autor zu lobpreisen. Ich kenne ihn seit einigen Jahren hauptsächlich als Fußballgenossen. Es ging zu Fuß in das Cantianstadion, mit der Eisenbahn nach Altona, auch mal mit der Straßenbahn zu Kaltfront und den Skeptikern ins Astra. Ich habe natürlich Florians Debüt Mit Fußfesseln bin ich nicht so flott gerne gelesen, sowie in die Datei mit den Auszügen aus Brandenburg rein gekuckt; ich lese aber lieber demnächst das richtige Buch, auf dessen Rückseite ich verlautbare: „Florian ist ein Zeckenhoolteddy, zu dem sich in der Kneipe die Mädchen setzen.“ Darauf elektropostete er mir: „Dachte ick mir schon, dass Nick und Hartmut Mädchen sind.“ Am morgigen Dienstagabend besuchen wir Nicks Buchvorstellung im kleinen Laden des junge-Welt-Buildings am Rosa-Luxemburg-Platz. Wird wohl Trockenfutter über Kurden und Türken, allerdings verständlich performt. Habe bestimmt nur einen Stehplatz an der Tür, weil ich bei der Zeitung neues deutschland arbeite, nun ja. Am letzten Septembersonnabend entere ich mit den Stars der Chaussee der Enthusiasten übrigens die Bühne vom Kantinenlesen. Soll gut besucht und hochklassig werden, wobei ich zwischendurch einige Mal das Niveau senke.

Endlich Herbst

Der Vorteil von Berlin gegenüber Malta ist zum Beispiel der, dass, wenn hier wie dort 38 Grad im Schatten angesagt sind, es hier viele schattenspendende Straßen und Parks gibt. Auf der fernen Insel gab es nur die milden Nächte, und kaum das die Sonne halbwegs aufgegangen war, so gegen 5 Uhr, sprang jedermann von der Pritsche, hinaus auf die Tower Road, um zu joggen, so dass diese sich schon früh um 6 als zu voll und zu heiß darstellte. Diese Strandpromenaden-Jogger nervten, vor allem die feschen Franzosen, diese Scheiß-Weltmeister, weshalb ich mich mit den angejahrten Einheimischen solidarisierte und zu jeder Stund´tapfer dagegen zu halten bereit war. Eines Abends, es war gegen 21 Uhr und schon ziemlich duster, kamen mir auf einem schmalen Gehweg zwei dunkle Gestalten forschen Schrittes entgegen. Sie riefen mir etwas zu, auf Malti oder was weiß ich. Ich verstand kein Wort, auch weil einige Meter vor den Läufern ein großes Knatterauto ankam. Nein, keinen Fußbreit den Joggern, dachte ich. Doch als wir fast aneinander geraten waren, offenbarte sich das Auto als Müllwagen und die Läufer als arme Schwarzafrikaner, die die vor den Haustüren abgelegten Mülltüten möglichst flink von dort in den fahrenden Container zu befördern hatten. Ich war eine Produktionsbremse, wohl auch ein Integrationsverächter. Nun ja. Über meinen letzten Malta-Urlaub habe ich keine heiße Story geschrieben, auch weil ich dort nicht Philipp Boa getroffen habe, weder im Pub Lady Di, noch in der Vereinskneipe vom Sliema Wanderers FC. Doch seine neue Scheibe Earthly Powers ist sehr gut. Jedenfalls lese ich am kommenden Sonnabend nur alte Knaller vor, vielleicht sogar meinen 2001er Smash Hit Malta sehen und sterben „Auf den Spuren von Heinz-Florian Oertel“. Ahne und Jan von Im Ich werden ebenfalls auf den Brettern sein, die das Baiz bedeuten. Es soll selbst geschmierte Stullen geben, allerdings nicht von mir, das sage ich gleich, auch weil im Hut, der rumgehen soll, sowieso nichts drinnen sein wird. Die Hauptsache ist aber, dass es mal wieder drei Tage regnet. Herbst, eile herbei!

Sonnabend, 8. September, ab 20 Uhr im Baiz, im Palast der 1000 Stullen mit Ahne, Jan und mir. Eintritt gegen Spende oder Hundeblick.

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