Achtung! Achtung!

23. Januar 2020

Dass die LP des Jahres 2019 von Kadavar kam, ham Spätzünder wie ick neulich erst mitjekriecht. In dem Falle konnte man hinterhängen. Nich aber im Folgenden:

Am 1. Februar gibt die Truppe Der Moderne Man ihr erstes Berlin-Konzert seit 1982, ab 20 Uhr im Roadrunner´s in Big Pankow. Die Vorgruppe nennt sich Caliphate California. Karten gibt´s für je 17,20 im Vopo-Dodo-Laden in der Danziger. Also ick ahne schon, wen ick da allet treffe … Und die LPs „80 Tage auf See“ und „Unmodern“ gibt es zum 40jährigen endlich nicht mehr nur als Grabbelexemplare für astronomische Preise, sondern für jeweils unter 20 als Frischware.

Tor 4!

4. Januar 2020

Na, schon abgestimmt bei der Wahl vom Tor des Monats? Für den Sieger unter den Spielern gibt es eine Reise nach Mainz ins ZDF-Sportschaustudio zu gewinnen, und für den Fan, der für das Siegertor gestimmt hatte, ein Automobil, mit dem er den Spieler hin- und herfahren darf.

Lesetipp: Hans Richard Fischer – Unter den Armen und Elenden Berlins. Die Hauptstadt während der 1880er Jahre, und zwar von unten. Obdachlosigkeit, das alte Thema, leider aktueller denn je. Im Buch gefällt das Artwork, die antiquierte Rechtschreibung und diverse Ausdrucksweisen. Nichts für PC-Heinis, denn hier heißen die Geisteskranken noch Idioten.

Zwischen den Skandalen

28. Dezember 2019

Noch etwa 55 mal Schlafen, dann steigt unsere Stullenshow im Baiz, also die von Ahne, Jan und mir. Vielleicht lese ich dort einen Gästeblock-Text, den ich für Samba-Marcos FC Vorwärts-Fibel bis dahin fertig geschrieben haben dürfte und den es während der nun schon traditionellen Fibel-Vorstellungen im Baiz sicherlich noch mal auf die Omme gibt. Und sonst so? Schallplatten des Jahres, Tor des Jahres? Ich sag mal: Turbolover mit „Skins Of Metal“, Sedlmeir mit „Senioren gegen Faschismus“ und, ja doch, Morrisseys Cover-Schnitte „California Son“. Und dann schoss Philipp Schulz da noch das 4:0 gegen Bischofswerda. 2019 war kein spektakuläres aber ein stabiles Jahr, gut so, doch 2020 werde ich reich.

Lesetipp: Wolfgang Martins Buch über Holger Biege, Sagte mal ein Dichter.

Aber schön war es doch

27. November 2019

Da das Kapital ein so kleiner Laden ist, haben wir uns die Werbung gespart, Samba-Marco und ich, und saßen nahezu alleine dort. Aber was soll´s? Trinken wir zwei Bier an der Theke und machen uns vom Acker. Bloß nicht vor zwei Leuten lesen. Marco weiß ja immer so viel Ultra-Scheiße zu berichten. Kaum habe ich eine Frage in fünf Sekunden geäußert, hält er mir einen zwanzigminütigen Vortrag. Als ich mein zweites Bier aus und die Jacke schon an hatte, kam er mit zwei anderen Leuten ins Gespräch. Klar, wir würden noch lesen! Schöne Hippiescheiße, dachte ich, ließ ihn aber nicht hängen, und irgendwie kamen ja noch Leute dazu, die auch zur Lesung wollten, sich aber nur um Stunden verspätet hatten. Neukölln … Und da es so familiär war, wurde zwischen unseren Texten gleich über selbige gesprochen; wobei die doppelte Herausforderung auch darin bestand, dass einigen jungen Briten unsere ganze Thematik ziemlich neu war. Nun ja. Am kommenden Sonnabend dürfte es in der Alten Kantine rechtzeitig voll werden, es gibt auch kein Palaver über die Texte. Gut so. 20 Uhr geht´s los. 20 Jahre Chaussee der Enthusiasten – die Untoten brauchen Geld.

Lesetipps: Shelagh Delaneys gesammelte Werke, also einige Erzählungen und zwei Theaterstücke: A Taste of Honey. Englische Arbeiterklasseliteratur der ´50er, ´60er auf deutsch. Auch sehr schön, Christof Meueler mit Das ZickZack-Prinzip. Flotte Schreibe mit vielen Auskünften von etwa 60 Zeitzeugen zum Zeitungs- Film- und Plattenproduzenten Alfred Hilsberg. Ein Leben für den Underground, beginnend in Wolfsburg, Helmstedt und ähnlichen niedersächsischen Grauzonen der frühen ´60er, also irgendwie schon DDR.

Vielen Dank den 66 Besuchern unserer Show!

10. November 2019

Die Show am letzten Donnerstag hat mal so wieder richtig Laune gemacht, auch wenn mir die Fragespielchen von Ahne und Jan eher ein Graus waren. Das Publikum war von Anfang an gut drauf. Viele Bekannte aus alten und neuen Tagen fühlten sich vom Themenschwerpunkt angefixt. Vielleicht sollten wir immer mit einem Kinderlied anfangen. Leider sind wir noch zu doof, für so eine authentische Wendesause etwas Fördergeld abzufingern. Schön aber auch, dass der Dulwich Hamlet-Fan Waggy sich die Show reinzog, ohne unsere Sprache zu verstehen. Er tat sich auch keinen Zwang an, mich auf englisch auszufragen. Am Freitag wollte er mit mir zum Spiel Viktoria 89 gegen BFC Dynamo gehen. Ich hatte keinen Bock. Dort störte er die Pressekonferenz – bei 3:50 etwa. Gestern fand sich sein Fazit zum großen Derby zwischen dem zweifachen gesamtdeutschen und dem zehnfachen DDR-Meister im Guardian.

Tipp für den kommenden Mittwoch: 20 Uhr, Ostler-Offensive, Marco Bertram und ich im Kapital am Karl-Marx-Platz 18 in Neukölln.

Heute Ahne & Sedlmeir, morgen Ahne, Jan & Gläser

6. November 2019

Nachher wird Ahne während seiner Buchvorstellung sicherlich auch Werbung für unsere Show morgen machen. Karten sind knapp, aber Ahne ist irgendwie auch der Billy Bragg unter den Lesern und schmuggelt jeden rein. Ich habe zumindest im heutigen ND einen Artikel mit Veranstaltungshinweis für „Als die Mauer fiel, war ick uff Schicht“ unterbringen können. Als ich vorging ist ein Ausschnitt aus dem Klassiker „Lässig und schräg im Westen“, den ich vielleicht vorlese. Wie Young Jan für uns wirbt, weeß ick nich. Hauptsache er verjisst nich seine Jitarre morjen.

Als die Mauer fiel, war ick uff Schicht

17. Oktober 2019

In Eisenach war es gut, jawoll, obwohl ich am Freitag nicht im Theater auftrat, sondern im Kunstpavillon, und am Sonnabend fuhren wir nicht mit dem Kanu, nein, wir spazierten zum Burschenschaftsdenkmal. Letzten Endes trifft sich abends ohnehin alles im Klappertopf. Vielen Dank jedenfalls an meine Herbergsfamilie! Alles ganz gemütlich und immer wieder gerne. Die Qualifikationslesung für den Poetenendkampf in Berlin, der am übernächsten Wochenende im Tempodrom stattfindet, war recht kurzweilig. Thüringen wird einen flotten Herren an die Spree schicken. Ich werde dieser Tage etwa 33 Stunden spazieren gehen und Merkzettel verteilen; Werbung für die Veranstaltung von und mit Ahne, Jan und mir. Wir wollen lesen, singen und trinken, und jeder und jedem 6 Euro an der Tür der Alten Kantine abknöpfen. Na gut, das wird Mandanas Job sein, denn sie ist stärker. Als die Mauer fiel, war ick uff Schicht – so heißt die Show. Ich freue mich, wenn ich während der Hertha-Spiele gegen Dresden und bei Union nicht umkomme und am 7.11. dabei sein kann. Denn nichts ist sicher, außer das es immer schlimmer wird. Ob ihr zu unserer Show ab 20 Uhr lieber schon um 19 Uhr 30 antanzen solltet, weiß ich nicht. Vielleicht trudeln zwischen 19 Uhr 50 und 20 Uhr 10 nur insgesamt 20 Getreue in die 200 Menschen fassende Lokalität ein. Eventuell kommen auch die 1000 Empfänger unserer Flyer. Dann sagen wir der Polizei, es handele sich wohl um eine YouTube-Party und wir hätten nichts damit zu tun. Doch wir geben uns Mühe, so oder so, und fahren alle Instrumente auf, die sich in unseren Küchen und Kemenaten anfinden. Authentisch wird es. Drei Ur-Ostler verklären die Wende. Hits werden zu hören sein, die wir nur alle fünf Jahre an wechselnden Orten lesen und singen dürfen. Sind Vertragsgebunden. Wir haben also alle Texte extra für diesen Abend geschrieben. Und noch zwei Tipps für davor und danach: Am 6.11. stellt Ahne im Pfefferberg sein neues Werk vor. Pflichtfeierlichkeit. Und am 13.11. lesen Marco Bertram und ich im Kapital in Neukölln. Neuland … Immer noch keinen Bock auf Lesung? Na dann vielleicht bis zum 10.11. bei Kaltfront irgendwo im Osten oder bis zum 15.11. bei Ascaris im Blackland.

7. November, 20 Uhr, Alte Kantine, Prenzlauer Berg

Als die Mauer fiel, war ick uff Schicht

Ostberliner verklären die Wende

Ahne, Jan von Im Ich und Andreas Gläser lesen, singen und trinken

Eintritt 6,- / 8,- Euro.

Beginn: 20:00 Uhr.

Tanzten im Herbst alle Berliner auf der Mauer? Oder waren  einige noch
als fröhliche Kinder in den Fängen ihrer Eltern vor der Glotze in
Lichtenberg angekettet, andere vielleicht sogar schon im Westen und
unglücklich über die bevorstehende Verostung Zehlendorfs? Die Biografien
der drei Urberliner verliefen unterschiedlich, doch am Mikrofon, der
Gitarre und dem Saxofon fabrizieren sie einen Abend, für den manch einer
1989 auf die Straße ging.