Text Flex lebt

17. Februar 2019

Dass die Veranstaltung gut gewesen sei, sagen die Veranstalter oft, aber wenn sie es ehrlich meinen, machen sie mit einem gleich einen weiteren Termin klar. Und siehe da, nach dem flotten Donnerstag im gut besuchten Goldenen Hahn kam Meister Erik sofort auf die Lange Buchnacht zu sprechen, bei der ich mit meinem vorgestrigen Subpoeten Florian Ludwig am 18. Mai im Blauhaus zu Gast sein werde. Viele Grüße jedenfalls an alle Küken, Hennen und Hähne vom Heinrichplatz. Richtig gut waren übrigens am Freitag Toni Mahoni und seine Herren im Mehringhof-Theater BKA. Die forschen Vier werden immer besser, treten aber noch seltener auf; bei denen ist Weihnachten und Silvester sozusagen schon wieder vorbei. Machen jetze wohl uff de luxe Möbelbauer, na ick habe meen Hochbett, welchet ick 2010 hochzog, heute mit einer Briese Scham abjebaut. Der dufte Ahne wiederum, der die Karten klar machte, wird ab demnächst für zehn Wochen in der Trump Pampa alte Texte vorlesen und neue schreiben. Informiert euch und geht schnell noch zur altehrwürdigen Reformbühne in deren neue Wirkungsstätte.

14. Februar, Goldener Hahn

29. Januar 2019

Die langjährige Reihe „Text-Flex“ im Goldenen Hahn am Heinrichplatz soll wieder eingeführt werden, und zwar mit mir als Auftakt. So will es mein ebenso langjähriger Kumpel Erik Steffen, der dann und wann einen Nachruf für verblichene Kreuzberger im Tagesspiegel verewigt. Es wird mir eine Ehre sein, einige lange Riemen zu lesen und bestimmt auch zu singen, was ich aber nicht verspreche. Auf jeden Fall habe ich mir für den darauffolgenden Freitag schon mal frei genommen. Die Sonntag-16-Uhr-Konzerte dort sollen übrigens immer gut besucht sein. Ich werde mir mindestens am 17. Februar die Kilaueas reinziehen.

Donnerstag, 14. Februar, 20 Uhr 30. Solo im Hahn.

Endlich 54.

22. Januar 2019

Gesundes Neues euch allen, herzlichen Glückwunsch mir selber. Habe mich anlässlich der beiden Feste mit einer C- und einer A-Dur-Mundharmonika beschenkt, werde damit aber nicht beim kommenden Kantinenlesen herum summen, sondern alte Texte grummeln. Schade.

Sonnabend, 26. Januar. Kantinenlesen.

Viva Lachshecht

28. Dezember 2018

2018 zerschießt Berlin so einige Auftrittsorte. Am 11. Dezember brannte der TeBe-Fanladen „Zum goldenen Lachhecht“ nieder, wie ich in meinem Text von heute verrate. Leider haben sie  mir den letzten Satz wegrationalisiert: „Und was die Brandstifter betrifft, so wird man derer habhaft werden, weil das Schicksal es so vorsieht, dass sie sich mit zunehmend faulenden Händen beim Arzt melden und verräterisch zu reden beginnen.“ Außerdem schließt zum Monats-Jahres-Epochenende die „Jägerklause“, wahrscheinlich wegen zu viel Lebensfreude. Zum heutigen 2. Todestag von Lemmy wird es dort wieder ausreichend Rock´n´Roll und Alkohol geben. Übermorgen werde ich mir wohl die letzte Reformbühne in der „Jägerklause“ reinziehen. Falls es dort zu voll wird, gehe ich ein paar Straßen weiter zu einer Oi!-Band aus TeBe-Kreisen. Momentan treibe ich mich ja mehr auf Sessions herum. Neulich bei denen im TIK und im Hangar, heute bei der im Kikisol. Morgen spielt übrigens die Liga der gewöhnlichen Gentleman im BiNuu. Werde am Schlesischen Tor bestimmt die selben Herrschaften vom letztjährigen Jahresendkonzert treffen, mit den Herren Schulz und Sedlmeir im Oberbaumeck drei Pötte trinken … Silvester interessiert mich nicht.

„Ein Fremder war hier und aß immer Bratkartoffeln mit Spiegeleier.“

2. Dezember 2018

Vorgestern war ich im BFC-Café, in dem die ´79er residieren, die sich aber wohl nicht so nennen, weil die Mannen ihrer Reihen eben so viele Knastjahre verbuchen können. Ich Café sollte ein gewisser Thomas Doll Rede und Antwort stehen, zu seinen Jahren beim BFC, beim HSV, bei Lazio und Ferencváros Budapest. Die Kneipe war rappelkistenvoll, unter anderem auch mit den Besuchern und Ex-Meisterspielern Andy Thom, Roland „Ente“ Jüngling und Rainer Troppa. Letztlich musste Herr Doll aber ran. Nach dem etwas steifen Beginn gestaltete sich der Talk zunehmend lockerer und gesangsfreudiger. Der Schwerpunkt lag bei den dynamischen ´80ern, nun gut. Von Rostock nach Berlin sei er freiwillig gewechselt, weil er auch mal Bananen haben wollte; in Bremen hätten sie einfach scheiße gespielt und beim Derby zwischen Lazio und AS Rom hätten sich die Deutschen immer auf ein deeskalierendes Unentschieden geeinigt. Irgendwann ergriff „Ente“ das Mikro und schmetterte einen ´50er-Jahre-mäßigen pro-Dynamo-anti-Union-Gesang, der im Bus wohl immer ein Knaller war, wo die Fans es vorgestern aber an Textsicherheit vermissen ließen, haha. Im eigens für diesen Abend produzierten Programmheft finden sich übrigens einige ´79er-Mob-Fotos, und darunter wiederum auch das Bambule-Deckelfoto, welches nach meiner Erinnerung jemand vor zehn Jahren herbei gegoogelt und mir zugespielt hatte. Auf meine Frage im Forum, um welche Truppe es sich handeln würde, hieß es, dass seien Potsdamer Jungs und mit 20 Freiexemplaren sei das Finanzielle geklärt. Nun ja, falls ihr aus Buenos Aires oder Bukarest kommt und euch wieder erkennt, so schickt euch der Verlag bestimmt einige Exemplare zu. Gibt wohl noch zwischen 79 und 111. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle jedoch schreiben, wie es neulich in Hannover war. Am vorletzten Sonnabendabend fanden sich zwar höchstens 20 Besucher in der Vereinsgaststätte vom SV Arminia ein, doch die waren sehr gut dabei und schon vor der Lesung von Flo & Co. einigermaßen kauffreudig. Mir ging es da aufgrund der verrückten Anwaltsparty am Vorabend im Prenzlauer Berg noch gar nicht so dufte. Doch siehe da, Bratkartoffeln mit Spiegeleier waren die beste Medizin. Flo und ich agierten etwa 98 Minuten. Danach heirateten alle. Am nächsten Vormittag fanden sich bereits um 10 Uhr etwa 33 Arminen und zwei Berliner am anderen Ende der Stadt zum Start der Grünkohlwanderung ein; vom Vereinspräsidenten über den Zeitspiel-Herausgeber bis zur Kutte. Ich ließ mich noch nicht auf ein Bierchen ein. Sollte unser Superherbergsvater und Poetenmanager Björn mal schön schleppen. Es war eine schöne Wanderung. Im Vereinsheim angekommen, war die Grünkohlparty mit Kassler und Bregenwurst schon im Gange. Doch wenn ich Bier trinke, und das war inzwischen wieder der Fall gewesen, lasse ich mich nicht auf kulinarische Experimente ein, unter der Gefahr, vor der kalten Stadiontoilette anzustehen, bloß um eine Sitzung zu absolvieren. Das ist die Höchststrafe, die ich mir nicht selbst auferlege. Ich bestellte Bratkartoffeln mit Spiegeleier, worauf die nette Köchin Sonja meinte, das sei eine Herausforderung; alle Platten seien mit Kohl & Co belegt, aber sie wolle sehen, was sich machen ließe. Und siehe da … man wird noch von mir sprechen. Das Derby gegen den Hannoverschen SC war brisant, da es sich beim Rivalen um Neureiche ohne Anhang handelte, die in der Presse den Rasen der Arminen als Truppenübungsplatz bezeichneten, was die tapferen Volkssportler aus Bischofshol ziemlich verärgerte. Ein hart umkämpftes und gerechtes 1:1 vor 444 Menschen ließ Hannover wider Erwarten nicht in Flammen aufgehen. Die Pressekonferenz fand ohne Umstände in der überfüllten Stadiongaststätte statt. Ein Lesungsbesucher fragte den Gästetrainer gerade heraus, wo er denn seinen Stahlhelm gelassen hätte. Irgendwann stand der Arminen-Trainer an unserem Tisch und meinte, er sei Ex-Neuköllner und bei einigen Westberliner Vereinen Spieler gewesen, wobei er gerne auch mal für Dynamo gespielt hätte, denn die hätten so einige Kanten als Fans am Start. Oh ha, ich schenkte ihm schnell eine Zugriff-CD, dann ging es flott zum Zug. Fazit: Arminia Hannover – mehr „Fußball pur“ geht nicht.