Ach, diese preußischen Iren beim Pferderennen

28. Mai 2018

Neulich war in Hoppegarten ein irischer Tag angesagt, aber speziell deshalb bin ich nicht per Pendelverkehr hin, sondern weil ich alle fünfzehn Jahre mal hin muss. Vorzugsweise wenn in den Medien viel Tamtam darum gemacht wird. Ja, ich habe gewettet, meistens auf Platz, selten auf Sieg. Es ging finanziell hoch und runter, ich bin mit Minus 5 Tausend Euro achtbar davon gekommen, finde ich. Nun können die Veranstalter gerne eine Irish-Folk-Best-Of-CD kaufen, weil sie bisher noch keine zu haben scheinen. Auch das Schlagerrockduo kannte eher Bon Jovi & Co. Zur Hälfte der Veranstaltung war das Guinness alle. Teuer war es unter dem Strich trotzdem, ging schon mit 18 Euro Eintritt los. Habe nämlich nichts Grünes im Schrank, um in solchen Fällen für die Hälfte reinzukommen. Und dann das leckere polnische Schaschlik und das gute deutsche Bier. Na ja, ein schöner Tag, alles in Ordnung. Eigentlich wollte ich hier nur auf eine kommende Veranstaltung hinweisen, die wohl ziemlich aufwendig produziert wurde aber wieder Erwarten nicht so oft aufgeführt wird: Donnerstag, 31. Mai, Rache!, ein Kriminal-Musical von und mit Ahne & Sedlmeir, im BKA.

P.S.: Das nd kommt momentan etwas klamm rüber, aber ich werde es als einer von elf WM-Kolumnisten von allen finanziellen Sorgen befreien.

Krautrock lebt

16. April 2018

Neulich, die Lesung mit Musike im Fan-Container von Tennis Borussia, die war ziemlich dufte. Zuerst sprach ein gewisser Max vom Wachsen und Werden seines Vereins Roter Stern Leipzig in der Teichstraße, wo jedes Jahr neue Sektionen und Alterstruppen dazu kommen, was für die Bevölkerung in Connewitz & Co. völlig in Ordnung ist. Sozusagen Red Bull auf sozialistisch. Danach waren Jan und ich an der Reihe und qualifizierten uns für ein Gastspiel in Red Saxonia City. Und zu TeBe gehen wir jetzt auch, zum Beispiel übermorgen, wo sie im Cantianstadion beim BFC das Halbfinalspiel um den Berliner-Pilsner-Pokal verlieren werden. Genaueres dazu steht leider nicht in meinem heutigen nd-Text.

Auf ins Umland

13. März 2018

Mann, oh Mann, das war letzten Sonnabend wieder ein klassischer Ausflug nach Schmachtenhagen, dem heimlichen Zentrum von Oranienburg, von dem inzwischen auch Sambamarco wohlwollend zu berichten weiß.  Jente aus Köthen gestaltete seine Lesung erfrischend frei, der eine oder andere betrunkene Zuhörer seine Anwesenheit allerdings auch. Und da zwecks Session niemand außer ich ein Instrument mitbrachte, integrierte mich Mona Reloaded kurzerhand in ihre elektrische Runde, damit ich mit dem Sax bei Songs wie Kater die Parts des nicht anwesenden Trompeters übernahm, den sie sich dann und wann von OXO 86 ausborgen. Hat total gefetzt. Ihre LP „Katerstimmung“ rollt auch gut durch. Ob es zu einer Wiederholung kommt, kann ich nicht versprechen, denn in meinem Tauschobjekt findet sich der Text „Schlimmer als die Vollbartpest“, wobei es aber nicht um drei von vier Mona-Boys geht. Von der Rückwegstortour per S-Bahn tauchten einige Fotos auf, hoffentlich filmte kein Fremder.

Session, Session

8. März 2018

Der neue KvU-Standort in der Storkower Straße ist knorke, so zwischen Polizeirevier und JobCenter, Post-Depot und Flüchtlingsunterkunft, Wachschutz-Bude und Bettenhaus. Gestern fand dort, also in der KvU, wie jeden ersten Mittwoch im Monat, eine Session statt. Für 20 Uhr war die angesagt, und wie das in diesen Läden so ist, wird ab 20 Uhr ein Schlagzeug und ähnliches aufgebaut. Ich hatte wohlwissend ein Schachspiel bei. Eine Stunde später ging es los, zwei Orchester-Jugendliche, zwei KvU-Punks, David und ick. Das Publikum war etwas zahlenstärker vertreten, aber wohl wegen dem benachbarten Kraftraum und der Volksküche dort. Wir konnten machen, was wir wollten, beziehungsweise konnten, und deshalb kommt in solchen Fällen hierzulande meistens Krautrock raus. Sessions sind kein Publikumsmagnet, aber ick sach ma: So lange in Berlin genügend Sessions stattfinden, gibt es auch Übungsräume, an deren Wände sich kein Nachbar zu klopfen traut.

Am Sonnabend steigt eine Sause in Schmachtenhagen. Jente Knibbische liest, Mona Reloaded rocken – und danach, oder vielleicht schon halbwegs dazwischen, darf jeder mit seiner Triangel und ähnlichem ran.

Buchtipp: Knut Elstermann, „Meine Winsstraße“. Persönliche, parteiische, flotte Erinnerungsschreibe. Interessante Gespräche mit Kiezlingen von anno x bis heute. Die Wins ist überall, zumindest zwischen der Tor- und Bornholmerstraße, sowie der Schwedter und der Kniprode.

Erkältung XL

25. Februar 2018

Mensch, letztes Wochenende war ich total verschnupft und verschlafen, und jeder der mich am MoDiMi sah, legte mir nahe, die Woche zuhause zu bleiben, dünner zu werden. Habe also nur ein wenig Schreib- und Lesekram erledigt. Werde mit Jan von Im Ich im April im Goldenen Lachshirsch auftreten, einer geheimen Trinkhalle in Charlottenburg. Auf die 20. und letzte Lange Buchnacht im Mai in Kreuzberg habe ich aber keinen Bock. Diese Veranstaltung fand ich  bis vor fünf Jahren dufte, nun dürfen ehrgeizige Jungsche die Sache lustig zu Ende bringen.

Hier noch einige Blitzrezensionen, ursprünglich für ein Fußballforum, über die Werke befreundeter Schreiberlinge: Fußballfibel 1.FC Magdeburg von Jente Knibbiche. Guter Mann aus der geteilten Stadt Köthen (HFC/FCM). Is mir vor einigen Jahren aufgrund seines fetten Fanzines „Fußball, LSD und anhaltinische Lebensart“ positiv aufgefallen. Geht darin oft sehr eigen um einsame Pfade in Osteuropa, so wohl auch in seinem aktuellen Buch „Außenlinien“. Mit seiner FCM-Fibel jedenfalls rockt er nach Art dieser Willmann-Reihe durch die Jahrzehnte, also auch sehr authentisch durch die ´90er, als nur drei Leute zum FCM gingen und Fortuna Magdeburg sich anschickte die Nummer 1 der Stadt zu werden. Fan-Kultur pur kommt nicht zu kurz. +++ Fußballfibel RW Erfurt von Matze Klaß. Ziemlich umtriebiger Knackwurstligamann aus Eisenach, is auf Poetry Slams und Wartburgfestivitäten gut unterwegs. Wohl einer der literarisch brillierensten unter den Autoren dieser Reihe, schreibt aber immer noch für´s Volk über thüringische Ausflüge nach Hessen, Bayern usw. Der BFC ist als seine heimliche Liebe zu erkennen. +++ Whiskys der Welt von Charles Maclean. Fettes buntes Hardcover-Nachschlagewerk über 650 Whiskys aus aller Welt. Gute Lebenshilfe für schmale 20 Euro. +++ Fußballfibel Hansa Rostock von Sambamarco. Hab ick grad in der Mangel, find ick bisher jut. Mit Hansa in Köln, Empor-Urschleim in Lauter. Gegen Küsten-Vokuhilas hab ick eijentlich nur wat, weil die wat jejen Buletten haben.