Zwei Glühwein im Stadion, drei(?) Bier in der Kneipe

14. Februar 2020

Man war das kalt vorgestern, beim 1:0-Arbeitssieg gegen Tasmania. Das Tor fiel einige Minuten vor Schluss, wir jubelten auch, weil uns die Verlängerung im windig-eisigen Cantianstadion erspart blieb. Der BFC Dynamo steht nun im Halbfinale und spielt im Frühjahr gegen den BSC, Viktoria oder Altgruselicke. Samba-Marco verrät in seinem Bericht auch, in welcher Kneipe wir die letzten Gäste waren. Ich habe übrigens mit Merkzetteln zwecks unserer Baiz-Sause um mich geworfen. Der gefürchtete Gigor meldete sich für´s offene Mikro an. Na ja, vergisst er bestimmt. Unser Thema soll allerdings nicht schon wieder „30 Jahre Mauerfall“ sein, sondern „Essen“. Ihr müsst euch also noch mal meinen Currywurst-Text reinziehen, sowie den Wende-Blues, wo ich Sachen sage wie: „Im Westen gab´s auch Ganer, sie aßen gar nichts.“

Lesetipp: TV-Programm …

Heimaturlaub

10. Februar 2020

In den ´80ern waren wir auf dem Bau schnell dabei, wenn es regnete oder hagelte, einen Schlechtwettertag auszurufen und im Container zu bleiben. Nur die beiden Jüngsten mussten aus der Kaufhalle Bier und Schrippen ranschleppen. Es war nicht alles schlecht … Doch in dieser Woche der stürmischen Sabine habe ich sogar eine Woche Urlaub. Home Office. Habe mich schon mit der Schriftstellerei beschäftigt, ein Plakat mit irischen Poeten an die Tür geheftet und so weiter und so fort. Und für alle die nicht bei Facebook sind, eine Info auf diesem altmodischen Kanal hier: Sonnabend, 22. Februar, 19 Uhr 30. Palast der 1000 Stullen.

Lesetipp: Christian Baron, Ein Mann seiner Klasse. Arbeiterspitzenklasseliteratur aus Kaiserslautern. Liest sich schnell weg, hört sich auch rasant an, sofern man für den ausverkauften Roten Salon demnächst eine Karte besitzt.

Achtung! Achtung!

23. Januar 2020

Dass die LP des Jahres 2019 von Kadavar kam, ham Spätzünder wie ick neulich erst mitjekriecht. In dem Falle konnte man hinterhängen. Nich aber im Folgenden:

Am 1. Februar gibt die Truppe Der Moderne Man ihr erstes Berlin-Konzert seit 1982, ab 20 Uhr im Roadrunner´s in Big Pankow. Die Vorgruppe nennt sich Caliphate California. Karten gibt´s für je 17,20 im Vopo-Dodo-Laden in der Danziger. Also ick ahne schon, wen ick da allet treffe … Und die LPs „80 Tage auf See“ und „Unmodern“ gibt es zum 40jährigen endlich nicht mehr nur als Grabbelexemplare für astronomische Preise, sondern für jeweils unter 20 als Frischware.

Tor 4!

4. Januar 2020

Na, schon abgestimmt bei der Wahl vom Tor des Monats? Für den Sieger unter den Spielern gibt es eine Reise nach Mainz ins ZDF-Sportschaustudio zu gewinnen, und für den Fan, der für das Siegertor gestimmt hatte, ein Automobil, mit dem er den Spieler hin- und herfahren darf.

Lesetipp: Hans Richard Fischer – Unter den Armen und Elenden Berlins. Die Hauptstadt während der 1880er Jahre, und zwar von unten. Obdachlosigkeit, das alte Thema, leider aktueller denn je. Im Buch gefällt das Artwork, die antiquierte Rechtschreibung und diverse Ausdrucksweisen. Nichts für PC-Heinis, denn hier heißen die Geisteskranken noch Idioten.

Zwischen den Skandalen

28. Dezember 2019

Noch etwa 55 mal Schlafen, dann steigt unsere Stullenshow im Baiz, also die von Ahne, Jan und mir. Vielleicht lese ich dort einen Gästeblock-Text, den ich für Samba-Marcos FC Vorwärts-Fibel bis dahin fertig geschrieben haben dürfte und den es während der nun schon traditionellen Fibel-Vorstellungen im Baiz sicherlich noch mal auf die Omme gibt. Und sonst so? Schallplatten des Jahres, Tor des Jahres? Ich sag mal: Turbolover mit „Skins Of Metal“, Sedlmeir mit „Senioren gegen Faschismus“ und, ja doch, Morrisseys Cover-Schnitte „California Son“. Und dann schoss Philipp Schulz da noch das 4:0 gegen Bischofswerda. 2019 war kein spektakuläres aber ein stabiles Jahr, gut so, doch 2020 werde ich reich.

Lesetipp: Wolfgang Martins Buch über Holger Biege, Sagte mal ein Dichter.

Aber schön war es doch

27. November 2019

Da das Kapital ein so kleiner Laden ist, haben wir uns die Werbung gespart, Samba-Marco und ich, und saßen nahezu alleine dort. Aber was soll´s? Trinken wir zwei Bier an der Theke und machen uns vom Acker. Bloß nicht vor zwei Leuten lesen. Marco weiß ja immer so viel Ultra-Scheiße zu berichten. Kaum habe ich eine Frage in fünf Sekunden geäußert, hält er mir einen zwanzigminütigen Vortrag. Als ich mein zweites Bier aus und die Jacke schon an hatte, kam er mit zwei anderen Leuten ins Gespräch. Klar, wir würden noch lesen! Schöne Hippiescheiße, dachte ich, ließ ihn aber nicht hängen, und irgendwie kamen ja noch Leute dazu, die auch zur Lesung wollten, sich aber nur um Stunden verspätet hatten. Neukölln … Und da es so familiär war, wurde zwischen unseren Texten gleich über selbige gesprochen; wobei die doppelte Herausforderung auch darin bestand, dass einigen jungen Briten unsere ganze Thematik ziemlich neu war. Nun ja. Am kommenden Sonnabend dürfte es in der Alten Kantine rechtzeitig voll werden, es gibt auch kein Palaver über die Texte. Gut so. 20 Uhr geht´s los. 20 Jahre Chaussee der Enthusiasten – die Untoten brauchen Geld.

Lesetipps: Shelagh Delaneys gesammelte Werke, also einige Erzählungen und zwei Theaterstücke: A Taste of Honey. Englische Arbeiterklasseliteratur der ´50er, ´60er auf deutsch. Auch sehr schön, Christof Meueler mit Das ZickZack-Prinzip. Flotte Schreibe mit vielen Auskünften von etwa 60 Zeitzeugen zum Zeitungs- Film- und Plattenproduzenten Alfred Hilsberg. Ein Leben für den Underground, beginnend in Wolfsburg, Helmstedt und ähnlichen niedersächsischen Grauzonen der frühen ´60er, also irgendwie schon DDR.

Vielen Dank den 66 Besuchern unserer Show!

10. November 2019

Die Show am letzten Donnerstag hat mal so wieder richtig Laune gemacht, auch wenn mir die Fragespielchen von Ahne und Jan eher ein Graus waren. Das Publikum war von Anfang an gut drauf. Viele Bekannte aus alten und neuen Tagen fühlten sich vom Themenschwerpunkt angefixt. Vielleicht sollten wir immer mit einem Kinderlied anfangen. Leider sind wir noch zu doof, für so eine authentische Wendesause etwas Fördergeld abzufingern. Schön aber auch, dass der Dulwich Hamlet-Fan Waggy sich die Show reinzog, ohne unsere Sprache zu verstehen. Er tat sich auch keinen Zwang an, mich auf englisch auszufragen. Am Freitag wollte er mit mir zum Spiel Viktoria 89 gegen BFC Dynamo gehen. Ich hatte keinen Bock. Dort störte er die Pressekonferenz – bei 3:50 etwa. Gestern fand sich sein Fazit zum großen Derby zwischen dem zweifachen gesamtdeutschen und dem zehnfachen DDR-Meister im Guardian.

Tipp für den kommenden Mittwoch: 20 Uhr, Ostler-Offensive, Marco Bertram und ich im Kapital am Karl-Marx-Platz 18 in Neukölln.

Heute Ahne & Sedlmeir, morgen Ahne, Jan & Gläser

6. November 2019

Nachher wird Ahne während seiner Buchvorstellung sicherlich auch Werbung für unsere Show morgen machen. Karten sind knapp, aber Ahne ist irgendwie auch der Billy Bragg unter den Lesern und schmuggelt jeden rein. Ich habe zumindest im heutigen ND einen Artikel mit Veranstaltungshinweis für „Als die Mauer fiel, war ick uff Schicht“ unterbringen können. Als ich vorging ist ein Ausschnitt aus dem Klassiker „Lässig und schräg im Westen“, den ich vielleicht vorlese. Wie Young Jan für uns wirbt, weeß ick nich. Hauptsache er verjisst nich seine Jitarre morjen.