Krautrock lebt

16. April 2018

Neulich, die Lesung mit Musike im Fan-Container von Tennis Borussia, die war ziemlich dufte. Zuerst sprach ein gewisser Max vom Wachsen und Werden seines Vereins Roter Stern Leipzig in der Teichstraße, wo jedes Jahr neue Sektionen und Alterstruppen dazu kommen, was für die Bevölkerung in Connewitz & Co. völlig in Ordnung ist. Sozusagen Red Bull auf sozialistisch. Danach waren Jan und ich an der Reihe und qualifizierten uns für ein Gastspiel in Red Saxonia City. Und zu TeBe gehen wir jetzt auch, zum Beispiel übermorgen, wo sie im Cantianstadion beim BFC das Halbfinalspiel um den Berliner-Pilsner-Pokal verlieren werden. Genaueres dazu steht leider nicht in meinem heutigen nd-Text.

Auf ins Umland

13. März 2018

Mann, oh Mann, das war letzten Sonnabend wieder ein klassischer Ausflug nach Schmachtenhagen, dem heimlichen Zentrum von Oranienburg, von dem inzwischen auch Sambamarco wohlwollend zu berichten weiß.  Jente aus Köthen gestaltete seine Lesung erfrischend frei, der eine oder andere betrunkene Zuhörer seine Anwesenheit allerdings auch. Und da zwecks Session niemand außer ich ein Instrument mitbrachte, integrierte mich Mona Reloaded kurzerhand in ihre elektrische Runde, damit ich mit dem Sax bei Songs wie Kater die Parts des nicht anwesenden Trompeters übernahm, den sie sich dann und wann von OXO 86 ausborgen. Hat total gefetzt. Ihre LP „Katerstimmung“ rollt auch gut durch. Ob es zu einer Wiederholung kommt, kann ich nicht versprechen, denn in meinem Tauschobjekt findet sich der Text „Schlimmer als die Vollbartpest“, wobei es aber nicht um drei von vier Mona-Boys geht. Von der Rückwegstortour per S-Bahn tauchten einige Fotos auf, hoffentlich filmte kein Fremder.

Session, Session

8. März 2018

Der neue KvU-Standort in der Storkower Straße ist knorke, so zwischen Polizeirevier und JobCenter, Post-Depot und Flüchtlingsunterkunft, Wachschutz-Bude und Bettenhaus. Gestern fand dort, also in der KvU, wie jeden ersten Mittwoch im Monat, eine Session statt. Für 20 Uhr war die angesagt, und wie das in diesen Läden so ist, wird ab 20 Uhr ein Schlagzeug und ähnliches aufgebaut. Ich hatte wohlwissend ein Schachspiel bei. Eine Stunde später ging es los, zwei Orchester-Jugendliche, zwei KvU-Punks, David und ick. Das Publikum war etwas zahlenstärker vertreten, aber wohl wegen dem benachbarten Kraftraum und der Volksküche dort. Wir konnten machen, was wir wollten, beziehungsweise konnten, und deshalb kommt in solchen Fällen hierzulande meistens Krautrock raus. Sessions sind kein Publikumsmagnet, aber ick sach ma: So lange in Berlin genügend Sessions stattfinden, gibt es auch Übungsräume, an deren Wände sich kein Nachbar zu klopfen traut.

Am Sonnabend steigt eine Sause in Schmachtenhagen. Jente Knibbische liest, Mona Reloaded rocken – und danach, oder vielleicht schon halbwegs dazwischen, darf jeder mit seiner Triangel und ähnlichem ran.

Buchtipp: Knut Elstermann, „Meine Winsstraße“. Persönliche, parteiische, flotte Erinnerungsschreibe. Interessante Gespräche mit Kiezlingen von anno x bis heute. Die Wins ist überall, zumindest zwischen der Tor- und Bornholmerstraße, sowie der Schwedter und der Kniprode.

Erkältung XL

25. Februar 2018

Mensch, letztes Wochenende war ich total verschnupft und verschlafen, und jeder der mich am MoDiMi sah, legte mir nahe, die Woche zuhause zu bleiben, dünner zu werden. Habe also nur ein wenig Schreib- und Lesekram erledigt. Werde mit Jan von Im Ich im April im Goldenen Lachshirsch auftreten, einer geheimen Trinkhalle in Charlottenburg. Auf die 20. und letzte Lange Buchnacht im Mai in Kreuzberg habe ich aber keinen Bock. Diese Veranstaltung fand ich  bis vor fünf Jahren dufte, nun dürfen ehrgeizige Jungsche die Sache lustig zu Ende bringen.

Hier noch einige Blitzrezensionen, ursprünglich für ein Fußballforum, über die Werke befreundeter Schreiberlinge: Fußballfibel 1.FC Magdeburg von Jente Knibbiche. Guter Mann aus der geteilten Stadt Köthen (HFC/FCM). Is mir vor einigen Jahren aufgrund seines fetten Fanzines „Fußball, LSD und anhaltinische Lebensart“ positiv aufgefallen. Geht darin oft sehr eigen um einsame Pfade in Osteuropa, so wohl auch in seinem aktuellen Buch „Außenlinien“. Mit seiner FCM-Fibel jedenfalls rockt er nach Art dieser Willmann-Reihe durch die Jahrzehnte, also auch sehr authentisch durch die ´90er, als nur drei Leute zum FCM gingen und Fortuna Magdeburg sich anschickte die Nummer 1 der Stadt zu werden. Fan-Kultur pur kommt nicht zu kurz. +++ Fußballfibel RW Erfurt von Matze Klaß. Ziemlich umtriebiger Knackwurstligamann aus Eisenach, is auf Poetry Slams und Wartburgfestivitäten gut unterwegs. Wohl einer der literarisch brillierensten unter den Autoren dieser Reihe, schreibt aber immer noch für´s Volk über thüringische Ausflüge nach Hessen, Bayern usw. Der BFC ist als seine heimliche Liebe zu erkennen. +++ Whiskys der Welt von Charles Maclean. Fettes buntes Hardcover-Nachschlagewerk über 650 Whiskys aus aller Welt. Gute Lebenshilfe für schmale 20 Euro. +++ Fußballfibel Hansa Rostock von Sambamarco. Hab ick grad in der Mangel, find ick bisher jut. Mit Hansa in Köln, Empor-Urschleim in Lauter. Gegen Küsten-Vokuhilas hab ick eijentlich nur wat, weil die wat jejen Buletten haben.

Smile

25. Januar 2018

Nun also auch Mark E. Smith von The Fall, er ist gestern mit 60. Jahren auf dem Rockbuckel von uns gegangen. Ein großer Inspirator seit über drei Jahrzehnten. Herrlich, der mürrische Gesang, hypnotisch der ewige Beat. The Fall, irgendwie die größte Band aus einer Postpunk-Nebenstraße, immerhin ein Global Player, den aber selbst viele fitte Leute nicht auf dem Schirm hatten. Solche ´80er-Jahre-Songs wie Mr. Pharmacist, L.A. oder Hit The North knallen immer noch. Die 2005 veröffentlichte LP „Fall Heads Roll“ stellt so was wie den Nach-Milleniums-Zenit von Mark & Co. dar. Ich habe The Fall zwischen 1990 und 2010 fünf bis achtmal erlebt. Im Loft, Maria am Ostbahnhof, SO 36 … Es war immer großartig, aber man wusste, dass Mark so mir nichts dir nichts die Bühne zu verlassen pflegt. Machte er nicht. Berlin war immer ein gutes Pflaster für den Mann aus Manchester. 2016 habe ich das Konzert im SO 36 verpasst. Sein Sprechgesang soll inzwischen so anstrengend gewesen sein wie die letzten Alben. Der Gute war ziemlich runtergerockt, YouTube zeigt mehr als man sehen will. Nach dem nicht unerwartet eingetroffenen Abgesang dürfte er nun in Frieden ruhen. Smile.