„Niemand hat die Absicht, …

8. August 2022

… eine Fan-Freundschaft zu errichten“. So betitelte ich meinen Gästeblockbeitrag für die TeBe-Fibel, in dem es um das vereinzelte Abkumpeln zwischen den weinroten und lila-weißen Fans geht. Ping-Pong-Alex trifft Titus, Ian trifft Gläsernikov … Meine Story ist insofern Spinne, da Titus zwar beim MfS war, aber die Anwesenheit der TeBeer im Jahn-Sportpark nur beobachtete. Einige Jahre vor der Wende wurde er beim MfS übrigens entlassen, mehr oder weniger in Unehren, also alles schick! Das Buch wird dieser Tage hier und da vorgestellt, zum Beispiel am kommenden Freitag im schönen Mommsen-Casino, in der Stadionkneipe, Parterre in der duften Bauhaus-Tribüne. Los geht es in Charlottenburg um 19 Uhr 02. Ob es um 19 Uhr 66 einen Gedenklikör gibt, weil ich nicht dabei sein kann, weiß ich nicht. Ansonsten ist die Nummer 27 vom Zeitspiel Magazin aus Hannover endlich auf dem Markt, in dem es sechs faire Seiten zum BFC Dynamo gibt, mit dem Doppelseiteneinstiegsfoto sogar acht. Das Magazin kann nur online bestellt werden. Nix mit Bahnhofsbuchhandlung oder Schwarzhandel im Mauerpark. Im Papierprodukt tauchen einige meiner Antworten zu allen Fragen zum Ruhmreichen auf. Online gibt es die kompletten Gespräche mit René Lau und mir für, höhö, lau. Und da ich einige Male von der Insolvenz spreche, es muss wohl Insolvenzverfahren heißen.

P.S.: Fußball interessiert mich nicht.

Tipps

20. Juli 2022

30.7., ab 20 Uhr im Lido, Kreuzberg. Too much future. Anti-FDJ-Punk-Klassentreffen. Konzert mit LÁttentat, Planlos und Betonromantik. Gibt noch Restkarten á 20,- Euro. Outfit-Tipp: Vorne kurz und hinten lang sowie total stonefashed.

6.8., ab mittags, Erfüllung eurer beach dreams, mit Pool, Musik und Getränken zu ´90er-Jahre-Preisen, bzw. Geburtstagsfeier für den zu früh verstorbenen Daniel. Direkt vor dem Hoolywood-Geschäft, Schönhauser Allee 43. Dort soll es in absehbarer Zeit auch einen Tag geben, an dem verschiedene Szenezombies & gelegentliche Schallplattenunterhalter eine umsonst-und-draußen-Festivität vom Stapel lassen.

Für die würdigen Nachfolger von The Fall halte ich die Viagra Boys.

Bis Ende August, denke ick mal, tritt die Reformbühne Heim und Welt in der FIT auf, open air in der Schwedterstr. 262, Prenzlauer Berg.

24.9., ab 10 Uhr, Oi! The Nische bittet zur Kronkorken-Abgabe im Recyclinghof Oranienburg; ab 14 Uhr, Schrottgeldversaufen im Gasthof Niegisch, Schmachtenhagen; irgendwann später dort, Freak Wrestling, zwei DJs, zwei Punkbands, nämlich Horde und Ruhestöhrunk.

P.S.: Leider keine schönen Jazz-Tipps dabei.

Danach nur noch eine

16. Juli 2022

Ich bin optimistisch, auch in diesem Jahr keine fünf Beteiligungen an Lesungen zu absolvieren, beziehungsweise, den Durchschnitt der Corona-Jahre nicht zu überschreiten. Nach dem Palast der tausend Stullen mit Ahne und Jan im Baiz vor einigen Wochen, folgten am letzten Sonntag die Beteiligungen an der Reformbühne Heim und Welt und am Mittwoch darauf die Sause Fußball im Prenzlauer Berg. War alles schick und freundlich. In der Freien Internationalen Tankstelle gab es gegenüber dem Fanprojektbetonbungalow mehr Frauen, Musik und allgemeine Heiterkeit, dafür keine after-show-Insel-Kneipe. Nun vielleicht noch als Gast bei der Fibel-Vorstellung zu Tennis Borussia, in einer Besenkammer der Avus-Tribüne oder so, das war´s dann. Und da mich Big Oliver von der jungen Welt letzten Donnerstag per Elektropost fragte, ob ich Fankultur-mäßige 4.000 Zeichen für die entsprechende Beilage am 27. Juli beisteuern kann, habe ich meine 6.000 Zeichen zu TeBe brutal gekürzt. Und am Sonntag geht übrigens die Ausgabe 28 vom tollen Zeitspiel Magazin aus Hannover in den Druck, in dem ich als BFC-Dynamo-Plüsch-Monster hier und da auftauche.

Gestern leider verpasst: Hannelore(Metal/Punk) im Kunstverein Tiergarten. Danke Merkel.

Schnieke

7. Juli 2022

Im diesem Elektropostgespräch rühren Marco und ich die Werbetrommel für die Lesungen am 10. und 13. Juli ´22 in unserem duften Heimatbezirk Big Pankow. Habt zwei Herzen und kommt zu beiden Sausen, den Letzten vor dem nächsten Lockklongdebil.

Vor der Lesung ist vor der Lesung

25. Juni 2022

Ich war eben Einkaufen, im weiten Nicki und in kurzen Hosen. Letztere rutschen neuerdings, weil ich auf meiner neuen Arbeitsstelle stundenlang herumrenne. Zum Kindertag haben sie mir einige Paare Arbeitshosen in einer vermeintlich zu knappen Größe gegeben, die passen nun. Guter Tipp zum Abnehmen: Arbeiten. Auch gut: Während der Sommermonate findet die Reformbühne Heim und Welt auf dem Gelände der Freien Internationalen Tankstelle in der Schwedterstraße statt, einer umfunktionierten Versorgungseinrichtung für Benzin und FKK-Magazine, wo man zum Beispiel am 10. Juli hingehen kann und sich in die ´90er zurückgeschossen fühlen darf. Zerfallsromantik … Neben den Stammkräften Ahne, Frank Sorge, Spider und Falko Hennig werden dort Ostberlin Androgyn, Marco Bertram und ich zu Gast sein, um voll einen abzukünstlern. Nach der Veranstaltung kann man auf dem FIT-Gelände in die Sauna gehen und sich nackig von den angetrunkenen Hängengebliebenen bestaunen lassen, zu denen ich gehören dürfte. Was Sauna-Besuche betrifft, ich gehe nur in die Ex-Stasi-Sauna in der Fröbelstraße – weil ick da mit meener BFC-Kutte umsonst rinkomme, you know.

Tipp: Am Tag darauf erst um 6 Uhr 30 aufstehen.

Du nix Sommerloch

18. Juni 2022

Ich habe einen neuen Vollzeit-Job. Urlaub bekomme ich sicherlich erst im November, Dezember; in einem dieser Selbstmordmonate. Muss ich die nächste Lesung also zwischen die Schichten schieben, wenn andere Urlaub machen. Egal, es rennen immer noch drei Millionen Menschen in Berlin herum. Nun denn: Mittwoch 13. Juli, 19 Uhr. Marco Bertram, Frank Willmann und ich lesen aus ihren Büchern. Thema: Fußball im Prenzlauer Berg – früher und heute. Im Haus der Fußballkulturen, Cantianstraße 25, NO 58 Berlin. Ich bereite mich gleich mal vor, kucke meine Texte in alten Fußballanthologien durch, also in drei Wochen etwa … Auf Facebook läuft die Werbekampagne seit gestern, und wenn die Hälfte der Leute kommen, die den Reklamebeitrag mögen, wird der Bau gut gefüllt sein. Der Eintritt ist frei, die Getränkepreise eher symbolisch. Man muss sich nicht für Fußball interessieren, sondern eher für den soziologischen Aspekt, das gesellige Beisammensein und so …

Tipp für heute: Hannelore im Konzert, ab 20 Uhr im Watt am Wasserturm in NO 55.

Musik liegt in der (Keller)Luft

29. Mai 2022

Habe letzten Mittwoch mit Boris, dem Posaunisten der Kurkapelle Weinrot-Weiß, zum dritten Mal auf dem Plateau vom kleinen Bunkerberg zu tollen Blues-Klassikern mit dem Saxofon agiert. Ist schon stark, seine Handtaschenanlage aus Handy und Box, welche uns das Rambazamba vorgab. Die Spaziergänger und Jogger zeigten sich uns wohl gesonnen, zwei Ladys tanzten spontan. Nur mit der Verstärkung an Musikern schleift es. Nach der Session traf ich mich mit Ahne zwecks Konzert vom Team Scheiße im Schokoladen, welches seit Wochen ausverkauft war. Die Bremer versprühten voll den Helge-Schneider-Station-17-Charme und wussten die überwiegend jugendliche Meute vom ersten Takt an in Bewegung zu bringen. Habe anstatt „Zugabe“ zu rufen, „War scheiße“ skandiert und mir ihre Vinylschnitte gekauft und sicher nach Hause transportiert, trotz des anschließenden auf-drei-Bier-und-zwei-Kirchlikör im Pik As. Donnerstag war Herrentag, hat mich so wenig interessiert wie Silvester. Freitag dann mit Saxofon im Übungsraum des Einsatz-Ablegers Dunes Of Dopeland zu Gast. Die Gelehrten streiten sich bereits, ob Daniel mich oder ich mich eingeladen habe. Einsatz gingen Ende der ´80er aus der Truppe Tim Reefke hat Vertrauen hervor, wo ein Saxofonist bei Daniel und Traudl für ein Trauma gesorgt haben soll, beziehungsweise für zwei. Ich solle erst einmal zuhören, nicht so viel machen, weiter hinten. Habe aber schnell mein Gastrecht wahrgenommen und bin auf dem dunklen E herum geritten. Fanden wir gut, unsere dreimal 20 Minuten, haben uns alles noch mal angehört und gefeiert. Schön auf den Spuren von Hawkwind, die ja auch immer irgendwelche Bläser bei hatten.

Tipp: Da Johnny Cash empfahl, die Gitarre wie ein Gewehr zu halten, das Saxofon wenigstens wie eine Gitarre halten.