Als die Mauer fiel, war ick uff Schicht

17. Oktober 2019

In Eisenach war es gut, jawoll, obwohl ich am Freitag nicht im Theater auftrat, sondern im Kunstpavillon, und am Sonnabend fuhren wir nicht mit dem Kanu, nein, wir spazierten zum Burschenschaftsdenkmal. Letzten Endes trifft sich abends ohnehin alles im Klappertopf. Vielen Dank jedenfalls an meine Herbergsfamilie! Alles ganz gemütlich und immer wieder gerne. Die Qualifikationslesung für den Poetenendkampf in Berlin, der am übernächsten Wochenende im Tempodrom stattfindet, war recht kurzweilig. Thüringen wird einen flotten Herren an die Spree schicken. Ich werde dieser Tage etwa 33 Stunden spazieren gehen und Merkzettel verteilen; Werbung für die Veranstaltung von und mit Ahne, Jan und mir. Wir wollen lesen, singen und trinken, und jeder und jedem 6 Euro an der Tür der Alten Kantine abknöpfen. Na gut, das wird Mandanas Job sein, denn sie ist stärker. Als die Mauer fiel, war ick uff Schicht – so heißt die Show. Ich freue mich, wenn ich während der Hertha-Spiele gegen Dresden und bei Union nicht umkomme und am 7.11. dabei sein kann. Denn nichts ist sicher, außer das es immer schlimmer wird. Ob ihr zu unserer Show ab 20 Uhr lieber schon um 19 Uhr 30 antanzen solltet, weiß ich nicht. Vielleicht trudeln zwischen 19 Uhr 50 und 20 Uhr 10 nur insgesamt 20 Getreue in die 200 Menschen fassende Lokalität ein. Eventuell kommen auch die 1000 Empfänger unserer Flyer. Dann sagen wir der Polizei, es handele sich wohl um eine YouTube-Party und wir hätten nichts damit zu tun. Doch wir geben uns Mühe, so oder so, und fahren alle Instrumente auf, die sich in unseren Küchen und Kemenaten anfinden. Authentisch wird es. Drei Ur-Ostler verklären die Wende. Hits werden zu hören sein, die wir nur alle fünf Jahre an wechselnden Orten lesen und singen dürfen. Sind Vertragsgebunden. Wir haben also alle Texte extra für diesen Abend geschrieben. Und noch zwei Tipps für davor und danach: Am 6.11. stellt Ahne im Pfefferberg sein neues Werk vor. Pflichtfeierlichkeit. Und am 13.11. lesen Marco Bertram und ich im Kapital in Neukölln. Neuland … Immer noch keinen Bock auf Lesung? Na dann vielleicht bis zum 10.11. bei Kaltfront irgendwo im Osten oder bis zum 15.11. bei Ascaris im Blackland.

7. November, 20 Uhr, Alte Kantine, Prenzlauer Berg

Als die Mauer fiel, war ick uff Schicht

Ostberliner verklären die Wende

Ahne, Jan von Im Ich und Andreas Gläser lesen, singen und trinken

Eintritt 6,- / 8,- Euro.

Beginn: 20:00 Uhr.

Tanzten im Herbst alle Berliner auf der Mauer? Oder waren  einige noch
als fröhliche Kinder in den Fängen ihrer Eltern vor der Glotze in
Lichtenberg angekettet, andere vielleicht sogar schon im Westen und
unglücklich über die bevorstehende Verostung Zehlendorfs? Die Biografien
der drei Urberliner verliefen unterschiedlich, doch am Mikrofon, der
Gitarre und dem Saxofon fabrizieren sie einen Abend, für den manch einer
1989 auf die Straße ging.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

16. September 2019

Die Flux-FM-Radio-Arty-Sendung neulich war ganz kurzweilig, zumindest wenn man  zu den Menschen gehört, die für so was wie Deutschland Radio genügend Geduld aufbringen können. Vier Stunden, tolle Gespräche mit Galerie-Betreibern, anstrengende Musik, einige Lesungsbeiträge. Im Fluxbau selbst war es ganz spannend, man konnte von der Kreuzberger Terrace aus nach Friedrichshain kucken. Ob die eigene Verortung am kommenden Freitag auch so klar ist, weeß ick nich. Ich werde im Eisenacher Landestheater das Vorprogramm für Freund Matzes Super-Slam absolvieren, von meinem Apolda-Epos die Version für junge Leute lesen und ähnliches. Bestimmt noch einen meiner Theater-Pförtner-Texte, wenn ich schon mal wieder in so einem Hause verweile. Hinterher zwei, drei Glockenhell mit den lokalen Skinheads … Am Sonnabend gibt es leider kein Heimspiel vom FC Eisenach, der spielt am Sonntag auswärts, aber da rocke ich bei BFC gegen Lok mit. Habe übrigens eben per Elektropost mit Link zu Facebook erfahren, dass ich am 30. November bei der Show „20 Jahre Chaussee der Enthusiasten“ in der Alten Kantine dabei sein werde. Nun gut, mein Brotjobchef fragt mich auch nicht jeden Tag, ob ich in 15 Stunden wieder komme. Es geht einfach immer weiter …

10 Jahre Radio Arty Party

1. September 2019

Auf meinem Werktagsvormittagssender Flux FM moderiert Yaneq seit nunmehr einem Jahrzehnt an jedem Donnerstag seine Radio Arty-Show. Doch das wir uns kennen, rührt aus dem Jahre 2006 her, als ich bei der allmonatlichen Berliner Wald-Sause im Festsaal Kreuzberg für etwa  ein Jahr Dauergast war. Diese Bühne flipperte nach ihrer Residenz dort noch etwas in Kreuzberg-Friedrichshain umher und ist nun unter dem Namen Spree vom Weizen im Ritter Butzke fetter als je zuvor. Yaneq ist nach meinem Kenntnisstand allerdings schon lange nicht mehr mit Klötken & Co. aktiv, er hat genug mit seiner Familie, der Galerie, dem Radio und was weiß ich zu tun. Schön das wir am kommenden Freitag mal wieder gemeinsam an einem Fun Strawberry Small Beer nippen werden. Im Rahmen seiner Talk Talk Talk-Runde, die wohl ab 20 Uhr im Radio zu hören sein wird. Es soll jeweils kurz gelesen oder gesungen werden. So viel kann ich laut seiner Elektropost schon verraten:

18:00 Mona Rübsamen, 18:10 Chérie + PC, 18:16 LIVE LIED – Warren Suicide, 18:20 Philip Grözinger, Heiner Franzen, Heidi Sill , 18:45 LIVE LIED – Warren Suicide, 18:50 Elke Buhr, 19:00 POETRY: Daniel Hoth, 19:05 LIVE LIED: Kristof Schreuf, 19:10 Kristof Schreuf, 19:15 Claudia Wahjudi , 19:25 LIVE LIED: Marx, 19:30 Else Gabriel, 19:35 Jacek Slaski (mit Else), 19:45 POETRY: Bas Böttcher, 19:50 LIVE LIED: Marx. 20:00 Mod und Gruppenfazit, 20:05 Anne Schwanz, 20:10 Maik Schierloh, 20:20 POETRY: Saralisa Volm, 20:25 LIVE LIED – Warren Suicide, 20:30 Stéphane Bauer, 20:35 Peter Schiering, 20:40 Jochen Küpper, 20:50 POETRY: Claudius Hagemeister, 20:55 LIVE LIED – Marx, 21:00 Mod und Gruppenfazit, 21:05 Martin Kwade, 21:10 Dr. Marc Wellmann, 21:20 POETRY: Andreas Gläser, 21:25 LIVE LIED – Warren Suicide, 21:30 Johann König, 21:40 POETRY: Manfred Peckl, 21:45 LIVE LIED – Greta, 21:55 Abmoderation. Danach steigt die große Party Arty mit den DJs Gregor Hildebrand – DJ Werd – André Langenfeld – Jack Tennis – DJ La Blend und von Anina Brisolla.

Das ganze findet im Fluxbau statt. Der Eintritt wird erwürfelt, pro Auge 1 €. „Also höchsten 5 €“, laut der Rundmail. Kreuzberger Logik, nun ja.

Tipps für heute im Heimatbezirk: 13:30, Regionalliga Nord-Nordost, BFC Dynamo gegen Hertha BSC II im Cantianstadion; 20:00, Reformbühne Heim und Welt im Baiz.

Früher war alles lauter und grauer

23. Juni 2019

Habe nach langer Funkstille der zuständigen Agentur über meinen Kumpel und Kollegen wider Erwarten doch noch eine Karte für den Olympia-Kessel bekommen. Vorsichtshalber schrieb ich vor dem Konzert die vereinbarten 3.000 Zeichen. Alles richtig gemacht. Rammstein ham urst jefetzt.

Was macht eigentlich Terry?

22. Mai 2019

Die Älteren erinnern sich, ich hatte vor fast 20 Jahren eine Geschichte über Terry geschrieben, dem Mitbetreiber vom Schall & Rauch-Plattenladen in der Winsstraße, dem Kreuzritter der Kommunikation. Nun, er lebt und legt auf, trinkt Brause und tritt im Radio auf. Schön.

Die abgespeckte Version der langen Buchnacht war übrigens ziemlich dufte; zuerst mit Flo im Blauhaus als Akteur, später mit Hinz & Kunz im Goldenen Hahn als Fan. Die Lesung am Sonnabend mit Samba-Marco wird eine gelungene Symbiose. Ick lese ditt erste Mal in Neukölln!

Wo jeht´s hier zu McDonald´s?

18. Mai 2019

Flo und ich werden uns heute rechtzeitig in Kreuzberg herum treiben, um das Bundesliga-Finale zu kucken und einige Lange-Buchnacht-Kollegen zu besuchen, bevor wir ab 20 Uhr das Blauhaus rocken. Eintritt umsonst, Bücher teuer.

Im Osten jab´s nüscht, nich ma Lesungen

17. Mai 2019

So um 1987 sickerten in meinen Freundeskreis in Prenzlauer Berg einige Fanzines aus West-Berlin ein, bewerkstelligt von Trevor Wilson, Max Goldt & Co. Ich und mein Staubsauger – für mich ein kleiner Urknall. Im Osten nahm ich keine Lesungen zur Kenntnis, aber im Sommer ´89 ging ich rechtzeitig zur Lesung in die Alte Pumpe in Schöneberg, wo Max Goldt und Wiglaf Droste auftreten sollten. Einige Hundert Leute werden drinnen gewesen sein, ein Dutzend Zuspätkommer kuckten durch die großen Fensterscheiben. Hatte was von Popkonzert. So mussten Lesungen ablaufen. So um 2000 herum war Wiglaf einmal zu Gast bei unserer Chaussee der Enthusiasten, damals noch im Keller der Tagung, im Cube Club. Prima besucht war unsere wöchentliche Veranstaltung sowieso immer, aber an dem Abend sahen einige Fans bestimmt nichts von der Bühne; wir strengten uns wohl noch ein bisschen mehr an. Ich glaube, Wiglaf fand Lesebühnen eher doof, aber bei uns war er nett und fleißig. Dass so einer plötzlich geht, hat man nicht wirklich auf dem Schirm; so einer war doch schon vor einem da und müsste auch länger bleiben.

Tipp: Die Nachrufe in junge Welt, Tagesspiegel und taz lesen.

Liebe Leipziger …

10. Mai 2019

… es soll, wie ich vom berühmten Autoren Florian Ludwig heute Nachmittag mitten im Big Pankower Schienenersatzverkehr telefonisch erfahren habe, in der Messestadt ein Plakat geben, auf dem ich für die morgige Sause von Roter Stern Leipzig als Gastleser angekündigt werde. Das ist nett, aber falsch, wegen communication breakdown und so. Flo ist allerdings wirklich morgen in Leipzig am Start, bestimmt liest er einige meiner Texte erfüllt er alle Erwartungen. Feiert diesen rassigen Ex-Rathenower! Ich bemühe mich, im anstehenden Jahrhundertsommer bei euch aufzukreuzen, da es zum 20. vom Stern einige Feierlichkeiten geben soll. Flo will mir übrigens ein Plakat mitbringen. Also das zur morgigen Veranstaltung, obwohl es mich auch freuen würde, wenn ich nachträglich eines dieser Plakate zur Sause aus dem Sommer 2004 bekommen würde, wo es um die EM oder so ging, auf dem nicht nur ich angekündigt wurde, obwohl ich deutlich abgesagt hatte, sondern auch Vladimir Kaminer; ja richtig, der Russendisko-Wladimir, falsch geschrieben, haha. Und falls ihr euch etwas für Marco und mich und sehr für Rasenballsport Leipzig interessiert, wir lesen vor dem DFB-Pokalendspiel in Neukölln. Vielleicht trage ich dort mein heißes Altona-Trikot.

Zugabe: Wappen uff Facebook.