Zwischen den Welten

“Im nächsten Buch schildert Marco seine Affären mit den brasilianischen, kroatischen, deutschen und polnischen Frauen.” Klick.

Lichter der Großstadt

“Die Zusatzzahl traf ich, als vor dem Empfangsbereich ein objektfernes Hündchen angeleint war und ich das dazugehörige Herrchen sofort im »richtigen« unserer 20 WCs vermutete.” Klick.

3.10.

Wenn ich mich richtig erinnere, dann habe ich in den 3.10.1990 hineinfeiern wollen, im Rahmen eines Reggae-Konzerts in Kreuzberg oder Neukölln, in dessen Anschluss ich einen Skandal erwartete. War aber nichts. Am 3.10. ist nie was. Heute habe ich ausgeschlafen, es gibt keine Tageszeitung und auch keine neue Kolumne von mir. Nächsten Freitag, Baby.

Tipps für den 4.10.: Zu 13:30 zu BFC gegen Cosmos Meuselwitz ins Cantianstadion gehen und 16:45 in Oranienburg in den Oi!Bus steigen, um in der Pionierrepublik im Rahmen des 30. Geburtstages vom Langen der Lesung von Robert Naumann und mir zu lauschen, nach der in den 5.10. hinein gefeiert wird.

Hier muss sich was ändern

Nachdem ich gestern zum 1., 2. oder 3. Mal in anderthalb Jahrzehnten einen Lesebühnentermin platzen lassen musste, nämlich den bei den Weddinger Brauseboys, fragte mich heute Mittag der Dompteur Dan telefonisch, ob ich spontan mit zum gut dotierten Görlitzer Kantinenlesen käme. Ging aber nicht, weil ich heute bis 15 und morgen ab 7 Uhr auf Arbeit die neue Konkret- und eine alte NMI & Messitsch-Ausgabe lesen muss. Meine aktuelle Kolumne kenne ich schon.

Tipps: Teilzeit arbeiten, ein Geschenk zum 50. von Hoolywood-Sven besorgen, sowie für sich zwei Hosen und Hemden.

Knuts Karten

Mister Steeltown bat mich, einige Berlin-Postkarten meiner Wahl zu signieren, um sie seinen Knut-Paketen beilegen zu können. Die Resultate kann man auf seiner Facebook-Seite erahnen, sofern man die Fotoleiste beachtet. Beim freundlichen Karten-Sponsor handelt es sich um Coolman vom Kastaven. Gruß und Dank.

Wochenendschau

Anstrengend war das letzte Wochenende, erfolgreich und schön. Habe mich sehr gefreut, dass sich auf der Goyko Schmidt-Tribute-LP meine Mini-Saxophon-Parts finden, jeweils als Einstieg zu dem was dann folgt. Die 500er Auflage dürfte schnell vergriffen sein, zumal laut Oi! The Max sogar der Großteil der Knut-Kassette flott abgesetzt werden konnte; von den 200 gibt es noch cirka 30. Musste ich das Konzert doppelt feiern und mit dreieinhalb Stunden Schlaf auskommen, bevor es am Sonnabend hieß: Ab zur Schicht, zum Auftritt und zum Konzert. Hoppla he! Das Villa Kunterbunt-Fest in der Skalitzer 100 lud zum versacken ein, es war von den Bühnenhässchen her ziemlich inspirierend und das Publikum wirklich interessiert; aber wie schon verraten, die Heimat rief. Das Auswärtsspiel am Sonntag habe ich lieber verschlafen, besser so, und am Abend bei der Reformbühne ein Wasser getrunken.

Zugabe: Gläsers Globus, Teil 2: Die höchste Lesebühne der Welt.

Auf Schritt und Tritt mit Goyko Schmidt

“Morgen nach dem Feierabend, zwischen den Schichten des Freitags und Sonnabends, mache ich mich schick für den Biergarten, so als wäre ich aus der Zeit gefallen; um in den Friedrichshain zu spazieren, dorthin wo er so schön ruhig ist wie mein Prenzlauer Berg; zumindest vor dem Einbruch der Dunkelheit. Ich werde pünktlich draußen sitzen, unter einer Baumkrone. Vielleicht nieseln mir Regentröpfchen ins Bierglas und auf die Glatze. Gut so. Ich bin so jung wie ich mich kühle. Immerhin haben wir schon September, keinen Mai; jetzt tropft nicht die klebrige Substanz der Linde auf die Unterwelt. Zu vorgerückter Stunde werde ich in den überdachten Teil vom Lokal schlendern, um den ersten von zwei Wochenendauftritten der familienfreundlichen Kapelle zu besuchen, die seit 20 Jahren existiert und nun ihr Jubiläum feiert: Die Schmidts aus Berlin. Nicht die aus Manchester, welche es nur auf fünf Jährchen brachten und deren Sprache ich nicht sonderlich mächtig bin. Unsere Schmidts, diese vier teils vorlauten Jungs, die kenne ich vom Gefühl her seit einer Ewigkeit, eigentlich schon bevor sie als Kapelle namens Goyko Schmidt ihre Lieder fabrizierten. Als Kinder traten wir uns gegen die Schienbeine, bilde ich mir ein, als Erwachsene kugelten wir uns die Arme aus. Nun sind wir alte Rock´n´Roll-Köter und immernoch so cool wie unsere HipHop-Kinder. Unser Tanz ums Feuer wurde nicht während der Armeejahre oder dem Standesamtstündchen beendet. Oi!”

Aus “Gläsers Globus” Teil 1, meiner ND-Kolumne, die morgen oder übermorgen erscheint.

Prag – sehen und gehen

Nachgereicht, eine Berlin-Kolumne, geschrieben für eine Tageszeitung, unveröffentlicht, weil mit zu wenig Berlin-Bezug. Macht nix. Spielt in der letzten Sommerferienwoche. Dufte Fotos werden eventuell nachgeliefert.

Mein Zwölfjähriger konfrontiert mich seit einigen Monaten nicht nur mit der Musik, die er nicht von mir hat, er machte mir vor zehn Tagen auch einen Vorschlag, wohin wir reisen könnten. Denn kaum war er aus dem einwöchigen tschechischen Böhmerwaldferienlager mit dem Eintagesausflug nach Prag zurück, meinte er, wir könnten doch diese Hauptstadt besuchen. Alles sei so schön und billig gewesen. Oh, das waren zwei Argumente gegen die bis dato geplante Radtour an die Ostsee, bei voraussichtlichem Nieselregen und Nörgelwind. Umgehend klickte ich mich durch das Netz, um zwei Betten und einen Bus klar zu machen. Nach drei Stunden war ich erfolgreich und müde, und weil ich meinen Sohn das Fernsehprogramm bestimmen ließ, fast tot, aber reiselustiger denn je. Montag Nachmittag in Prag angekommen, in der Unterkunft für junge Leute, für die wir uns per Altersdurchschnitt qualifiziert hatten, freuten wir uns auf unsere vier Herrentage. Unsere City hieß Zizkov, wo die Ureinwohner sich einbildeten, so was wie der tschechische Prenzlauer Berg zu sein, was wir prima fanden. Prag anzugucken, das hieß für uns, die Karls- und Wenzelplatzpunkte nur dann einzuheimsen, wenn diese Bauwerke auf dem Spazierweg zwischen zwei Fußballstadien liegen würden, und das taten sie zwischen denen von Viktoria Zizkov und dem FK Sparta, wobei wir die berühmte Burg einfach links liegen ließen. Der im Zentrum gelegene Kiez unseres Zweitligisten sollte auch der Ausgangspunkt zu den Arealen von Bohemians, Slavia und Dukla sein. Deren Stadien waren unsere Moldaubrücken. Überhaupt erschien mir Prag schöner als Berlin, da die vielen Gründerzeitviertel kaum durch Neubauten verunstaltet worden waren. Prag soll Europas Hauptstadt der Boheme sein, deshalb saß ich wohl auch dem Irrtum auf, beim Erstligisten Bohemians hätte man sich bei der Namenswahl auf die Lebenskünstlerwelt berufen, doch der steht schlicht für Böhmen. Deren Stadion jedenfalls, ist ziemlich runtergerockt, genauso wie das von Viktoria Zizkov, denn von jeweils einem Meistertitel, 1928 bzw. 1983, lässt sich keine Arena mit Burger- und Bankfiliale in die Landschaft setzen, wie es bei den großen Rivalen Slavia und Sparta der Fall ist. Die Nachbarn Bohemians und Slavia existieren nur wenige 100 Meter voneinander entfernt, man schlendert sozusagen nur die „Schönhauser Allee“ herunter, um zum Stadion vom Konkurrenten zu gelangen. Klasse Kopfkino! Interessant war es im Nordwesten Prags, im Dukla-Land, welches sich außerhalb unseres Tagestouristenstadtplans befand; doch für eine Episode über den mehrfachen Ex-Meister ist hier kein Plätzchen mehr. Fußball gespielt wurde auch, allerdings auswärts oder nach unserer Abreise. Wir müssen noch mal hin. War irgendwie zu spontan.