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Der dynamischste aller Berliner FCs eroberte gestern Abend zum 4. Mal den Landespokal, der einmal nach Paul Rusch benannt worden war, gegenwärtig jedoch nach dem Berliner Pilsner, der aber immer die Qualifikation für die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde mit sich bringt. Und sonst? Meine Lesebühnenwoche war angenehm anstrengend und einigermaßen erfolgreich, vor allem der Sonnabend in der Skalitzer 100. Kreuzberg rockt, ich hätte dort eigentlich meinen Bauchladen mitbringen und ein Mini-Hörbuch aufnehmen müssen, habe aber nur, wie am DiMiDo bei meinen Ostlern, Merkzettel für die Veranstaltung am 4. Juni mit Jan im Zimmer 16 verteilt, denn bei Flyer-Alarm gab es für 17,- Euro 1.000 Zettel, die es loszuwerden gilt. Hoffentlich kommen nicht so viele Leute in diese 100-Personen-Lokalität. Werde die verbliebenen 250 Zettel vorsichtshalber behalten.

konzertabbruch hat folgen

Steelbruch -20° nennt sich der Eisenhüttenstädter Kulturverein, hinter dem auch meine Verbündeten von Steeltown Records stecken, die 2014 unsere LP veröffentlichten. Steelbruch jedenfalls, wollte am 8. Mai ein Konzert veranstalten, doch eine SEK-Abordnung irrte sich in der Zielgruppe, so dass ein ausführlicher Papierkrieg bevorsteht. Konzertabbruch hat Folgen.

Tipp: Das neue Album von Tocotronic beim Spiegel als Prelistening hören.

 

Rock me adolf jäger

Letzten Sonnabend in der Hamburger Hafenstraße, wo auf der Jolly Rogers-Bühne die Waliser Oi!Punks von The Oppressed vor 2.222 Leuten auftraten, schipperte auf der Elbe “das offizielle Programm” des Hafengeburtstags an uns vorbei, in Form des Hochhauses namens AIDA, sowie sonstiger Riesenschiffe. Sonntags standen die Bezirksbesichtigungen in Uhlenhorst und Altona an, die Besuche der Oberliga-Fußballspiele zwischen Paloma gegen Pinneberg und Altona 93 gegen Meiendorf. Ein 2-0 und 77 Zuschauer hier, ein 4-0 und 666 da. Schinkenwurst, Bier, Oi! Die Adolf-Jäger-Kampfbahn der ´93er ist das zweitälteste Stadion Deutschlands, nach dem der Stuttgarter Kickers, und sieht auch so aus, zumindest noch für die kommende Saison, denn danach sollen auf diesem geschichtsträchtigen Boden Wohnhäuser entstehen. Einen Ausflug kann ich nur schwer empfehlen, denn von der selbst gebastelten Anzeigetafel des Ur-Punks, der übrigens das Totenkopf-Pauli-Logo kreiert hat und dafür keinen Cent sieht, über Jan Stövers Fanzine All to nah, bis zur Vinylparty vor und nach dem Spiel, läuft dort eine herrliche Freakshow, um die die Hamburger zu beneiden sind. Ohne Ultras, ohne Cheerleader, ohne Bullshit – Al-to-na!

Tipps für Mittwoch, Donnerstag, Sonnabend und Sonntag.

hallo hamburg!

Aufgrund meines komischen Arbeitsrhythmus habe ich die Kolumne für den nächsten Freitag voreilig produziert. Sie handelt davon, dass am kommenden Wochenende nichts in Berlin los ist, dass Putins Patrone als Soldaten der Roten Armee getarnt von Kaliningrad aus über Kiel nach Hamburg rocken, um dort an den Festivitäten des Hafengeburtstages teilzunehmen. Sonnabend The Oppressed auf der Jolly-Rogers-Bühne, Sonntag Altona 93 gegen Meiendorf in der Adolf-Jäger-Kampfbahn.

Arbeitslos durch die Nacht

Die letzte Kolumne fand auf allerlei Kanälen in so manche Stube und erforderte klärende Gespräche. Mein ND-Kontaktmann meinte, ich solle für den kommenden Donnerstag einen Beitrag zum Thema “Bedingungsloses Grundeinkommen” schreiben. Den letzten Satz habe ich schon, er lautet: FDJ-Angie ist schuld, dass einheimische Dichter und Denker den afrikanischen Flüchtlingen die Arbeit wegnehmen. Frau Merkel verdient meine höchste Anerkennung.

Und da die gestrige Kombie prima kam, hier die heutige Brechstange mit der Zweierquote: Paris St. German gegen FC Metz, Heimsieg. Bayern München gegen Borussia Dortmund, doppelte Chance, 1 und 0. Hull gegen Liverpool, 0 und 2. Scholz Grödig gegen Red Bull Salzburg, 0 und 2. Levante gegen Cordoba, 1 und 0.

Termine & Tipps

Die arbeitsfreie Woche im Mai packe ich derzeit mit Lesebühnengastauftritten voll, siehe Termine, vielleicht kommt sogar einer für den 9.5. in Hamburg dazu, der zwischen das Hafenschubidu und dem Konzert von The Oppressed passt. Hat jemand einen Tipp? Hier sind meine für heute: Heimsiege von Bournemouth und Valencia gegen Bolton beziehunsgweise Granada, Heimsieg oder Remies zwischen Bologna und Catania, – doppelte Chance -, sowie mehr als 1,5 Tore zwischen Göteborg und Helsingborg. Die Kombiquote liegt bei Zweinochwas. Tipp für den 10. Mai: Das Heimspiel von Altona 93 besuchen.

Spoke zu Pille

“Ich würde gerne einen Computer mit ihren Denkstrukturen konstruieren. Die daraus resultierende Sturzflut von Unlogik wäre interessant.”

Meine erste Schönheits-OP

Meine Kolumne für das morgige ND ist ein Text, den ich am letzten Montag schrieb. Deshalb hatte ich heute ungewohnterweise dreifach frei, sowohl als Minifamilienvater, Theatermann als auch als Schreiberling. Hurra, hurra!

Uninteressiert, ob mein Kehlkopf zu weit herausragt oder sonst wie der Norm nicht entspricht. Hauptsache diese Knorpelbeule findet sich frontal zwischen Kinn und Brustbein, und nicht irgendwo an der Seite. Mein Kehlkopf ist wunderbar, aber vor einigen Monaten bemerkte ich erstmals, dass am Hals, an der Steuerbordseite, etwas zunehmend herausragte, was nach Schmerzen aussah, vor allem wenn ich unter Alkoholeinfluss euphorisch vor mich hin pulsierte. Ich wurde zu meinem autonomen Eigengewächs befragt, ob ich es schon untersuchen lassen habe. Gute Idee, denn Jahrzehnte zuvor sah ich auf der Straße einen Mann im besten Alter, dem am Hals nicht nur eine zweite Kehle zu wachsen schien, sondern eine Nase, und die sah nicht gesund aus; sie war auch für mich ein kleines Trauma. Also ließ ich mich von der Hausärztin zum Chirurgen überweisen, denn das Ding ging mir zunehmend auf den Kranz und gegen den Kragen. Es wurde abgescannt und als gutartig eingeordnet, mein seltsames Fettpolsterchen, das Lipom, welches leicht zu entfernten wäre. Immerhin arbeite ich in der Öffentlichkeit, im Empfangsbereich des britischen Theaters, sowie auf lausigen Lesebühnen. Es hieß, ab auf den OP-Tisch, für eine Prozedur, die ich selber zu zahlen hätte, falls mein blümeranter Brief über psychische Belastungen an die Krankenkasse keine Kostenübernahme nach sich zöge. Wer schreibt, der bleibt. Schuldenfrei, hoffe ich. Habe mir jedenfalls bei örtlicher Betäubung das Lipom entfernen lassen und mit den Medizinern währenddessen über die Anstrengungen der Halsmuskulatur beim Saxophonspiel geredet, oder um es mit Helge Schneiders Worten zu sagen: „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mich vom Herrn Professor Doktor operieren zu lassen.“ Die verordneten Schmerztabletten nahm ich nur anfangs, weil nichts puckerte oder klapperte. War ein Soli-Fünfer für die Apotheke. Bin nun krankgeschrieben, bis zur Wundkontrolle, wo mein weißes Riesenpflaster, welches eine Kriegsverletzung vermuten lässt, gegen ein buntes Kinderpflaster getauscht wird; denn so kann ich im Theater niemandem positive Impulse unterjubeln. Außerdem verselbstständigt sich das Pflaster mehr und mehr, da es von den sprießenden Bartstoppeln abgesondert wird. Sieht asozial aus. Bin auf die kleidsame Narbe gespannt, die ich während der Nicki-Monate demonstrieren kann. Werde eine Geschichte erzählen, vom Obst- und Gemüseladen und dem Verkäufer mit dem glühenden Kuhfuss; den ich kritisierte, da seine Preise für normale Umlanderzeugnisse an die für die Kuriositäten aus dem Weltall erinnern. Ehrlich gesagt, mein Steuerbordohrläppchen fühlt sich seit der OP auch an, als wäre es einem heißen Eisen begegnet. Zumindest merke ich dort kein eindeutiges Kneifen, wenn ich es mit Klammern garniere. In dem glutroten Gulaschstückchen, was aus meinem Hals entfernt und mir als Andenken zum mitnehmen angeboten wurde, war wohl ein Nerv vom Ohrläppchen.

Grenzstadtkurier

Daniel aus der Schweiz ist mit der neunten Ausgabe seines Grenzstadtkuriers am Start, dem oldschool Fanzine des FC Kreuzlingen. Für 10 Franken gibt es sage und schreibe 108 dufte A5-Seiten. Historisches Material in Wort und Bild, zum Aufstieg des Bodenseer FCK in die 1. Liga im Jahre 1938. Des weiteren Fotos vom Dulwich Hamlet FC, Stadionarchitektur der ´20er Jahre, FC Nordstern Basel, The Seagulls Roar-Propaganda … Und nicht zuletzt räumte mir mein Schweizer V-Mann sehr viel Platz ein, von der Story “Schöner Singen” und einer ausführlichen Besprechung zur Knut´schen Dreifachveröffentlichung bis zum Tagebuch meiner letztjährigen Mini-Tour. Danke Daniel! Kontakt, Bezug, Lob über The Seagulls Roar.