sport frei!

Huch, 2016 feiern zehn ostdeutsche FCs ihren 50. Geburtstag, deshalb gibt es im WDR ein interessantes Filmchen zu sehen, in dem thematisiert wird, dass DDR-Fußballer mindestens doppelt so viel Geld verdienten wie ein Arbeiter. Ich finde, auch Lewandowski & Co. sollen ruhig 1800 Euro auf die Kralle bekommen und wie einst Andreas Thom einen Lada fahren dürfen.

happy birthday to me

Meine aktuelle Kolumne gibt es nicht ohne Kohle auf der nd-Seite, auch nicht morgen beim Kantinenlesen. :-)
Ich bekam zum Geburtstag keine Geschenke, keine, über die ich mich ärgerte; keine Bücher über lustige Fußballspieler. Stattdessen schenkte ein mir weitestgehend unbekannter Rocker einen Christstollen, zwar nicht zum Geburtstag, sondern aus, ich sag mal, geschäftlichen Gründen. Mein Geburtstag war ihm egal, deshalb platzierte er in seinem Lokal auf meinem Stehtisch unvermittelt einen Stollen neben meinem Bier, weil er von meiner Vorliebe für Backwaren, die ab Mitte Dezember nur als Bückwaren zu haben sind, gehört hatte und dank seiner Kontakte locker einen klar zu machen wusste. Ich hatte wenig Vertrauen und sah nach seinem Pferdefuß, worauf er knurrte, der Stollen sei nicht gespritzt. Kann ich im nachhinein bestätigen. Meine eigentlichen Geburtstagsgeschenke, die waren alle dufte, weil musikalischer Natur. Von Umlandfreunden gab es eine Tonbandkassette aus dem Hause Oi! The Nische, von der Gruppe Frühstückspause. Deutschsprachiger Punkrock aus den Weiten Brandenburgs. Höre ich gerne, wenn mein Nachbar anfängt zu bohren. Die Kassettenveröffentlichungsfeier soll am Silvestertag in einem China-Imbiss stattgefunden haben, deshalb gab es für jeden Besucher einen Glückskeks dazu, mit einer Zahl auf einem Zettel. In meinem fand sich die 196. Glück gehabt, und einen Keks, zumal es nur 200 Exemplare gibt. Mein Vierzehnjähriger schenkte mir eine LP, eine ziemlich schöne, denn die Musikrichtung, auf die wir uns gerne einigen, heißt Reggae. Im Vinylmüsliladen kaufte er die Scheibe mit der fröhlichsten Hülle. Vor blauem Hintergrund ist unter einem roten Borsalino-Hut ein schwarz-gelb kariertes Gesicht zu sehen. The Blue Beaters, „Everybody Knows“. Auf der Platte sind sommerliche Cover-Versionen von Kraftwerks „Model“, von The Smiths‘ „Girlfriend in a coma“ und überhaupt, diese LP hätte ich nie gesucht und gefunden. Sein erster LP-Kauf darf als gelungen gelten. Erziehungsauftrag erfüllt. Prima auch die astronomisch teure Karte für das Konzert von The Cure, für die meine Schwester bei ihren Lieben sammelte. Jetzt habe ich am 18. Oktober schon was vor. Eigentlich ignoriere ich seit etwa 20 Jahren diese Konzerthallen, wo sie für den Eintritt ein Fünftel meiner Monatsmiete verlangen. Das Publikum verhält sich in diesen ICC-mäßigen Bauten oft entsprechend reserviert und die minderbemittelten Fans bleiben draußen. Hat was vom 1. Mai in Kreuzberg, wo betuchte Touristen im Café sitzen und warten, dass übermütige Einheimische flambierte Mülltonnen auf die Fahrbahn schieben. Doch The Cure werden fetzen, auch das Publikum, denn es wird überwiegend aus Freaks bestehen, die irgendwann eine Karte geschenkt bekamen. Wenn nicht, höre ich per Walkman die Frühstückspause-Kassette.

jans jukebox trifft gläsers globus

Dieser Tage, Wochen und Monate wird an der nächsten Veröffentlichung gearbeitet, die möglichst im Sommer 2016 erscheinen soll; einer sehr schönen Veröffentlichung. Denn da ich die irgendwie flottesten meiner nd-Kolumnen nicht einfach so als Heftchen herausgeben will, werden 40 Texte aus „Gläsers Globus“ in einem etwa 18 mal 18-Zentimeter Büchlein erscheinen, also im Vinyl-Single-Format, wobei sich im vorderen „Buchdeckel“ eine klassische 7inch finden soll. Jan von Im Ich liefert einige Liedermacherkracher, ich begleite ihn ein, zweimal auf dem Saxophon. Meine Lieblingsverbündeten von Oi! The Nische nehmen die Bastelherausforderung an, das nd finanziert die Produktion und meinen Ausflug nach Dubrovnik. Wann das gute Stück erscheint, hängt im Wesentlichen vom Vinyl-Presswerk ab, was drei bis sechs Monate dauern kann.

Tipp: 30. Januar, Kantinenlesen.

hoch offiziell

Ich hatte an dieser Stelle vergessen, meinen nunmehr gestrigen Surfpoeten-Gastauftritt  zu vermelden, wo ich Meikel Neid vertreten sollte. Nun ja, es war schön, zum Beispiel DJ Falk´n´Rolls Musik; so schön, dass ich am nächsten Mittwoch Jacinta vertrete. Und zwischendurch habe ich aus dem letzten Eintrag hier eine Maxi-Version für das morgige nd geschrieben.

wenn der tod die werbetrommel rührt

Die Hitparaden werden dieser Tage von den Verstorbenen angeführt, David Bowie hat so viele Alben in den Top 10 wie nie zuvor. Aber müssen die Ärmsten erst sterben, um auf ihre wilden Werke aufmerksam zu werden? Einfach mal in sich hinein hören, aus sich heraus gehen. Die LPs der Rolling Stones aus den ´60ern hören, Lindenbergs starke ´70er wieder entdecken, vor Morrisseys Scheiben aus den ´80ern abknien. Der Tod rührt die Werbetrommel noch früh genug.

zu hause in der klause

Auch wenn ich mich an dieser Stelle oft bedeckt halte, verrate ich an anderer mitunter mehr, als eventuell gut ist, weil ich im Neuen Deutschland irgendwie auf  wöchentliche 3.000 Zeichen kommen muss.

lesebühnenwetter

Heute Abend, kurzer Ritt durch den Osten, vor der Friedrichshainer Grünberger Straße 1 stoppen, ab in die Jägerklause und die Reformbühne Heim & Welt unterstützen. 20 Uhr, pünktlich zum Beginn der Tagesschau, die nicht gezeigt wird, sondern eine Zettel-Show von einigen Herren ohne Damen, bis 22 Uhr 22. Berlin, nun freue dich!

oi! the männerchor

Freundlicherweise richtete mir Kumpel Kaiser unter Werke den Untermenuepunkt Musik ein, wo ich Sensationalitäten wie Oi! the Männerchor auflisten werde, sowie Maurenbrecher für alle, Tribute to Goyko Schmidt … was sich so findet.

Lemmy Kilmister, 24.12.1945 – 28.12.2015.