Die Älteren von euch erinnern sich vielleicht, beziehungsweise ist es den Besitzern der „Mauerbau“-Ausgabe von 2002 eventuell aufgefallen; da waren Geschichten drinnen, die so illustre Namen tragen wie „Von Sammelalben für Streichholzmutation“, „Morgengrauen am Verlorenen Weg“, „Die SPD müsste mal wieder eine Revolution machen“ oder auch „Adolf war ein großer Maler“. Diese Dinger mussten weichen, zugunsten der mehr oder weniger neuen Fußball-Texte. Für Leute, die vor allem die Adolf-Geschichte feierten, gibt es hier einen Trost-Link zu einem der besten Filme aller Zeiten: „Er ist wieder da“. Und sonst so? Wie läuft der Verkauf der 2026er Ausgabe? Also vor etwas über 20 Jahren hatte der BFC eine dreistellige Zuschauerzahl, von meinem Debüt ging aber ziemlich flott eine vierstellige Anzahl an Exemplaren weg. Heute ist es umgekehrt. Das liegt auch daran, weil die Buchhändlerinnen und Buchhändler zuerst auf den Verlag kucken, welcher das Werk rausbrachte. Die Namen der Marktführer sind ihnen geläufig, zumal die sich in den Filialen die Plätze gekauft zu haben scheinen. Die Mäuse-Verleger stören nur. Scheiß Vielfalt. Viele Buchhändler haben wohl was dagegen, wenn im Literaturbetrieb den kleinen Verlagen eine Aufmerksamkeit zuteil wird, wie sie in der Musik-Branche die Mini-Labels immer mal wieder erleben dürfen. Jedenfalls gibt es mein Buch beim BFC am Stand der Banda Invicta. Es läuft. Irgendwie. Meinem Ex-Fanzine-Kollegen und Immernoch-Kumpel Gordonix habe ich beim heutigen Abendbrot vier Exemplare vertickert. Drei von euch bekommen je ein Exemplar zu Weihnachten. Ich wünsche mir drei LPs von Caspar Brötzmann Massaker und grüße Bürlinski, den Schreiberling der ersten Rezi auf Amazon.
