Mozzer in Spandau

Als sich das Tor zur Zitadelle für die Besucher des gestrigen Morrissey-Konzertes öffnete, schloß der Himmel über Spandau seine Schleusen. Das Vorprogramm bestand aus einigen eingespielten Musiktiteln mit und ohne Filmchen, darunter jeweils einen von Kraftwerk und Heintje. Das Fell der Bassdrum überraschte mit den Farben schwarz-rot-gelb. Wer will da meckern? Der Meister begann pünktlich, zeigte sich motiviert und sangesstark. Die Stimmung schien mir eine Spur zu andächtig, die große Tanzparty war es nicht, aber alles in allem ziemlich dufte. Etwas zu hell insgesamt, aber deshalb betrug der Eintrittspreis unter 100 Mark. Eben eine feuchtfröhliche Party für überwiegend alte Säckinnen und Säcke. Der Sound war manchmal etwas schrottig, aber sowas stört den Seniorenpostpoppunk nicht wirklich. Schön einige Freunde und Bekannte getroffen. Andere Freunde und Bekannte, die dort gewesen sein müssen, wiederum nicht getroffen. Super war es, des Herren einziges Deutschland-Konzert im Jahre 2026. Danach begann es wieder zu regnen. Rein ins Auto, gemütlich nach Prenzlauer Berg. Ungefähr wie 1982, als es wegen Omega mit der S-Bahn nach Erkner hin und zurück ging.

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