Der Social Beat brummt

Ein Jahr, jede Woche ein Buch?! KW 5., 29.1. bis 4.2. Jürgen Pönn, „Der Tag, an dem Conny Kramer wie durch ein Wunder überlebte“. 126 Seiten, Roman, Periplaneta, 2020. Habe ich wegen dem Titel gekauft, war kein Fehlgriff. Lag in der Bornholmer 81 a im Wühltisch für 2 Euro. Pönn, Baujahr ´63, Musiker und Krankenpfleger, lässt in seinem starken Debüt den Social Beat nicht nur wieder aufleben, er macht ihm alle Ehre. Solide Schreibe. Schwarzer Humor, Unterklassendominanz, Ruhrpottler-Geläster über Schnösel-Hamburger. Freund Wolle erleidet mit 47 Jahren einen Schlaganfall, oder hat er sich nur totgelacht und wacht wieder auf? Im Milieu grübelt man über den Tod und dem Verzehr von Fettschürzen. Der Ich-Erzähler und seine Freundinnen Esra und Rotzi, sowie Freund Vegas, ergattern den Schlüssel zur Pathologie, stimmen „Steht auf, wenn ihr Schalker seid!“ an und holen Wolle raus. Im Rollstuhl sitzend platziert man ihn im Park, wo ihm Regentropfen über das Gesicht kullern. Sieht aus als ob er lächelt. Nun ja. Kein Zweitwerk vom Autor? Hoffentlich hat er sich nicht totgelacht.

Ab dem Dienstag in acht Tagen bin ich übrigens mit jeweils 2.500 Zeichen in der jungen Welt vertreten, also in der Fußballrubrik „Aus den Unterklassen“; alle zwei Wochen, im Wechsel mit Gabriele Damtew. Was diesen Mittwoch ab 19 Uhr beim Regionalliga-Nordost-Knaller BFC Dynamo gegen Chemie Leipzig so los gewesen sein wird, werde ich am Wochenende eventuell vergessen haben, deshalb habe ich mir in der aktuellen Fußballwoche folgendes Spiel für mein Kolumnen-Debüt rausgekuckt: Kreisliga A, Staffel 4. VfB Friedrichhain 1911 gegen FC Polonia Berlin. Macht es dem Schuhverkäufer und Samba-Marco gleich, kommt vorbei. Sonntag 11 Uhr, Virchowstraße 6, gleich am Volkspark, Krankenhaus, SEZ. Eintritt frei, Bier eine Mark?