Dezember 1st, 2011
Aufgrund der tollen Tage in Seoul ging vom dortigen Goethe Institut zwar eine “weltweite Empfehlung” an die Zentrale in München, damit Gläsernikov hier & da, sowie ab & zu, innerhalb einer Woche einen Monatslohn einheimst, doch selber einladen kann ich mich entgegen der ersten Vermutung nicht einmal ins Nachbarländle. Kostet nur Porto & Bücher. Laut der Leute in Palermo und Rom gäbe es bei ihnen kaum Publikum für deutschsprachige Lesungen. Schade, sonst ist es für einen Sponsor mit drei Eiern auch kein Problem, wenn nur 10 Zuhörer auftauchen. Zum Beispiel wenn VW zur “Kultur im Zelt” einlädt, oder wenn Thalia eine ”Fußballlesung” anbietet, zeitgleich zur EM im TV. Hauptsache der Künstler ist mit dem Hotel zufrieden. Doch wenn es in der ewigen Stadt gilt, 100 Menschen anzulocken, könnte man es als Goethe-Römer so machen wie die Instituts-Seouler, indem man von den deutschen und koreanischen Studenten einen Reader erstellen lässt, worin sich eine Textauswahl in beiden Sprachen findet. Wofür gibt es in Italien überhaupt so viele deutsche Kulturbotschaften? Könnten wir uns Turin, Neapel, Mailand und Genua sparen? Ich meine: Heidewitzka, Herr Kapitän!
Tipp für heute: Kontaktversuche per Elektropost starten.
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November 21st, 2011
Nachdem die Brauseboys vor Jahren in einer Galerie auftraten und die einzigen Lesebühnenleute mit Duschangebot waren, gehören sind sie nun zu den seltenen Poeten, die für ihr Publikum Brause und Bier aus dem Spätkauf besorgen; vor der Show, in der Pause und eventuell auch jetzt, wenn man eine Elektropost an Heiko & Hinark sendet. So war es zumindest letzten Donnerstag im Mastul, dem Auftrittsort ohne Schankgenehmigung. Schön wenn die Ämteronkel keine anderen Sorgen haben. Mir ging es auch gut, dank meines Mitteilungsbedürfnisses und dem aufmerksamen Publikum. Ich habe mich gefreut, dass mir vom Mörschingdeisingstand ein Hörbuch geklaut wurde. Verstärktes Interesse an meinen Worten sind der schönste Lohn. Ich glaube nicht , dass Manne Maurenbrecher mir die CD klaute, weil unser Tausch etwas unfair war. Seine neue musikalische Doppel-CD gegen mein altes einzelnes Hörbuch. Eine Frechheit, das gebe ich zu. Deshalb möchte ich sein Werk hiermit empfehlen. Unser alter Recke - wild, live und solo! Und allen aufstrebenden Schreiberlingen ohne Ideen verrate ich, dass es einen lukrativen Markt für “Westfalen im Wedding” gibt. Lernt den Nordwesten kennen, verweilt bei einem Gemüsedöner.
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November 17th, 2011
Über Schwaben im Prenzlauer Berg wird reichlich hergezogen, aber wer tut das über die Westfalen im Wedding? Vielleicht spricht heute bei den Brauseboys ein Ureinwohner am offenen Mikrofon. Jedenfalls sind Manne Maurenbrecher, der einen schönen Nachruf zu Franz-Joseph Degenhardt geschrieben hat, und ich, im Weddinger Mastul zu Gast. Auf dem Nachhauseweg in unseren Blümchenbezirk werden wir alle von osmanischen Fließbandarbeitern aufgerieben, weil wir weder für Galatasaray noch für Fenerbahce sind.
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