Hätte ich so um 1980 nicht gedacht, als ich im Cantianstadion unter der Anzeigetafel und den Pappeln auf dem Schwarzmarkt herum drängelte, und nach AC-DC-Zeitungsschnippseln und selbstgehäkelten HSV-Emblemen guckte, dass ich dort drei Jahrzehnte später stehen und scherzen würde, um mit anderen Fans eigene Produkte zu tauschen. Okay, die Anzeigetafel befindet sich seit einigen Jahren aus mir unbekannten Gründen zwar auf der gegenüberliegenden Kurve, dafür habe ich mit Ille, dem Trommler zweier berühmter Kapellen, unter den immernoch dort stehenden Pappeln, seinen Doppelsilberling gegen meinen Roman getauscht. Bei den “Berliner Prunkstücken” der Bierpatrioten handelt es sich um eine schwungvolle Auswahl der bekanntesten Lieder. Zugeben, nicht der bekanntesten Lieder der Welt, sondern ihrer Lieder, aber gut. Oft als Demokratie, äh, Demonstrations-Version für Universal. Viele Lieder, die seit ihrer 1992 im Eigenvertrieb veröffentlichten Kassette ”Immer breit” erschienen sind. Im Jahre 2000, als die anstrengende LP “Geh mit Gott” heraus kam, war aber Schluß mit der Ostberliner Oi!-Truppe, weil Schreihals Schulle Abschnittsbevollmächtigter in Argentinien wurde, oder so ähnlich. Danach noch ´n paar Picture-LP-Nachauflagen und nun, beziehungsweise 2010, die “Prunkstücke”. Sind ein guter Querschnitt. Ich habe mit Ille auch ´n Zugriff-Abo gegen die nächste Turbolover-LP klargemacht, die bestimmt so flott wird wie die letzte. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob wir im Siegesrausch nach dem 2:1 über die BSG Backwarenkombinat, festgehalten haben, dass ein kritikwürdiger Text ersetzt werden muss. “Ich hasse Ska, tsch, tsch.” Besser wäre zum Beispiel der Klassiker: “Wir sind die Fans, wir sind okay …”