Archive for April, 2010

22.4.

Donnerstag, April 22nd, 2010

Heute ist der offizielle Geburtstermin meines ersten Romans. Ein rauschendes Fest müsste es geben, ein Kumpelbesäufnis, eine Lesung. Ich dachte aber, ich mach mal alles anders, und dazu zählt, gerade heute nix zu machen, keine Lesung zum Beispiel. Würde mir auch gar nicht passen. Mama liegt im Krankenhaus, ich habe Schnupfen, mir tränen die Augen, wenn die liebe Sonne mich anblinzelt. Bei Männern ist so´n Schnupfen schlimmer als bei Frauen, und bei Künstlern ist der noch schlimmer als bei sonstigen Männern. Allerdings kompensieren Künstler ihren Luschenalltag durch ihr besonders cooles Verhalten, wenn sie auf der Bühne von 555 Leute angekuckt werden. Heute jedenfalls hätte ich nur in die Scheinwerfer geblinzelt und geheult. Und überhaupt gingen mir während meiner Lesebühnenjahre immer die Gäste mit ihren Romanausschnitten auf den Sack, die moderierten ewig ihre Schinken an und warfen dem Volk fade Häppchen vor die Füße, ohne das man hinterher wusste, worum es ging. Langweilig waren die immer, diese Scheißtypen am offenen Mikrofon. Mitunter  hatte ich mir für´s Kantinenlesen und ähnliche Shows vorgenommen, was aus Bambule Berlin vorzulesen, hatte am Abend selbst aber keine Lust drauf. Aber gut, ich werde nicht drum herum kommen, die Gewinnmaximierung nach imperialistisch-kapitalistischen Erwartungen zu forcieren. Ich habe sogar schon ins Buch gekuckt, ob ich für so´n Stündchen halbwegs zusammen hängende 45 knackige Seiten habe, die ich locker moderieren kann. Ja, habe ich. Diesen Sonntag bin ich bei Thilo Bock zu Gast, bei Dichter als Goethe. Wahrscheinlich ist mir Bambule Berlin sogar gelungen, zumindest hat mein Kumpel und Punkerknacker-Rezensent, Riesa-Rico, mir vorgestern ´ne Elektropost geschrieben, wonach er das Buch in einem Rutsch gelesen und sich gefreut habe, das auf Seite 24 Stahl Riesa erwähnt wird. Es ist also ein Buch für die jeweils 20.000 Kaufkräftigen in Riesa, Senftenberg, Stendal, Frankfurt/Oder und Apolda geworden. 100.000 verkaufte Exemplare rocken natürlich. Hätte ich gewusst, das es so einfach geht, hätte ich auch New York, Sao Paulo, Seoul, Kairo und Bangkok erwähnt. Mein Verleger muss ja auch seine Keller-Etage warm und trocken halten.   

Im Musikarchiv wiederholt umsonst gesucht, aber heute zufälligt gefunden:  Tocotronic, 2005, “Pure Vernunft darf niemals siegen”, unter anderem mit Mein Prinz.

Z

Sonntag, April 18th, 2010

Götter, Gurus & Gestörte, so lautete letzten Mittwoch das Motto in der Z-Bar, als die olle Anthologie vorgestellt wurde. Wobei ich da aber nicht drinnen bin, obwohl ich schon 1999 die Geschichte “Eine Religion für den Hausgebrauch” geschrieben hatte, insgeheim für den Abend, neulich. Jedenfalls habe ich Lea oder Anselm vertreten, jaja. War eine flotte Lesung mit Musik. Habe mit Jan einander alte Produkte ausgetauscht, wobei er zwei neue Songs gesungen hat, wegen denen ich auf seine nächste Copydisk umso gespannter bin. Und dann war da noch Gala, sie hat tolle Fotos geknippst und immer so laut gelacht. Ein schönes Publikum hatten wir auch, nur zur Information, weil man das auf den Fotos nicht sieht. Na, war ganz gut bei den Mitte-Girls-and-Boys, neulich zwischen den Wochenenden.

Auf nach Lehde Valley!

Freitag, April 9th, 2010

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Hinein in die Eisenbahn nach Senftenberg, für Siebennochwas vom Alex bis Lübbenau, und vom dortigen Bahnhof die Poststraße runter, an der Kirche vorbei zum Bootsverleih. Hinein ins Zweierkanu, für vier Euro die Stunde, und bis zum duften Spreewalddorf Lehde paddeln. Lieber im Frühling als im Sommer, wegen der jetzt noch schlummernden Mücken und Touristen. Schön die Wasserstraßen entlang, über die Bootsrutsche und durch die Schleusen, das fetzt!